Kurt Tucholsky
1890–1935
Kurt Tucholsky (* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.
Tucholsky zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Weltbühne erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor, Lyriker und Kritiker (Literatur, Film, Musik). Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor der Erstarkung der politischen Rechten – vor allem in Politik, Militär und Justiz – und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.
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Best-known poems
-
Der Graben
Der Graben
Mutter, wozu hast du deinen aufgezogen?
Hast dich zwanzig Jahr mit ihm gequält? … -
Liebespaar am Fenster
Dies ist ein Sonntag vormittag;
wir lehnen so zum Spaße
leicht ermüdet zum Fenster hinaus … -
Die arme Frau
Die arme Frau
Mein Mann? mein dicker Mann, der Dichter?
Du lieber Gott, da seid mir still! … -
Der schlimmste Feind
Der schlimmste Feind
Für Ernst Toller
Der schlimmste Feind, den der Arbeiter hat, … -
Berliner Kämpfe
Berliner Kämpfe
Revolution? Aber kein Gedanke!
Es brodelt im Hexenkessel der Panke, … -
Saisonbeschluß
Saisonbeschluß
Nun reibt der Heldenvater sich mit Margarine
die Schminke aus dem fetten Doppelkinn, …
All poems (119)
1910s 73
- AchtundvierzigSiebzig Jahre ist das nun her.
- An die MeinigeLegt man die Hand jetzt auf die Gummiwaren?
- An einen garnisondienstfähigen DichterDu schlägst die kriegerisch-verstimme Leier,
- An ihren PapaAmici! Plaudite! - Die bunten Bänder
- An LukianosFreund! Vetter! Bruder! Kampfgenosse!
- An Peter PanterPeter Panter, Mitarbeiter!
- Auf UrlaubDie Residenz!
- AuftaktThalia stürzt sich in die Winterrobe
- Berliner FaschingNun spuckt sich der Berliner in die Hände
- Berliner GerüchteHerr Meyer, Herr Meyer – und hörst du es nicht,
- Berliner KämpfeRevolution? Aber kein Gedanke!
- BriefmarkenGermania, die was auf den bunten Marken
- Bund der LandwirteDes Morgens speit er auf die Berolina,
- Das Heil von außenWas wir bereits gestorben glaubten,
- Das KönigswortDies ergötzte hoch und niedrig:
- DenkmalsschmelzeDa steht nun Gustav der Verstopfte,
- Der alte FontaneDamals, so in den achtziger Jahren,
- Der alte Pojaz sprichtMein Kind, ich bin schon lange fern der Schminke,
- Der KriegslieferantDu wohntest irgendwo am Friedrichshaine.
- Der Lenz ist da!Das Lenzsymptom zeigt sich zuerst beim Hunde,
- Die arme FrauMein Mann? mein dicker Mann, der Dichter?
- Die blonde Dame singtFür Gussy Holl
- Die KronprinzenbühneSieh da, sieh da: am preuß’schen Hof
- Die Musik kommtNun zwängt, die sonst Musik die Töchter lehrte,
- Die SchweigendeErst haben wir davon gesprochen
- EisnerDa war ein Mann, der noch an Ideale glaubte
- Er verheiratet sieReicht mir den Kranz, reicht mir den Myrtenschleier!
- Ersterbendes GemurmelAllherbstlich, wenn die braunen Blätter fallen,
- Freundliche AufforderungIch bin ein dicker, aber reiner Knabe,
- Frohe ErwartungVater Wrangel, jener alte gute
- Fröhliche Ostern!Da seht aufs neue dieses alte Wunder:
- Gute Nacht!Ich geh mit meinen Wanzen schlafen,
- Im KäfigHinter den dicken Stäben meiner Ideale
- KinoWird Gustav, der Kommis, entlassen?
- Kleines Gespräch mit unerwartetem AusgangDer Herrgott saß auf Wolkenkissen
- Krethi und PlethiVater Liebert hat eine Rede vom Stapel gelassen,
- KriegsgefangenWer hat in Belgiens Etappen regiert?
- KritikDa oben spielen sie ein schweres Drama
- Meditation zum Coupéfenster hinauMeditation zum Coupéfenster hinaus
- MementoUns Junge hat es umgerissen –
- Mit dem WeiningerJa … da sitzst du nun auf deines Bettes Rand,
- Mit einem blauen AugeDie alten Kegelbrüder seh ich wieder.
- Mit einem japanischen GottDa hockt der dicke Gott und grinst,
- Nationale VerteidigungDas paßt euch so. Ihr gröhlt und brüllt
- Nicht! Noch nicht!Ein leichter Suff umnebelt die Gedanken.
- Olle Kamellen?Vor der Front ein junger Bengel.
- ParkettDas Stück hat Weltanschauung. Neben mir Ottilchen
- PersischOmar Chab, der Hofflötiste,
- ProfessorenEr ging durch alte Winkelgäßchen,
- RevueDie Weiblichkeit laß ich vorüberrauschen,
- Rotundenzensur in KönigsbergDie hiesige Garnisionverwaltung –
- ’s ist Krieg!Die fetten Hände behaglich verschränkt
- Säcksche FestspieleIn jeder Stadt streicht ein Nabolium sich die schwarze Locke
- SaisonbeschlußNun reibt der Heldenvater sich mit Margarine
- SchäferliedchenDer Kaiser ist ein braver Mann,
- Schöner HerbstDas ist ein sündhaft blauer Tag!
- Schwere ZeitDie Jungfrau in der Nebenstuben –
- Sehnsucht nach der SehnsuchtErst wollte ich mich dir in Keuschheit nahn.
- SelbstbesinnungFort mit der sonst so aktuellen Harfe!
- Sexuelle AufklärungTritt ein, mein Sohn, in dieses Varieté!
- SilvesterIm niedern Zimmer
- Spanische Krankheit!Was schleicht durch alle kriegführenden Länder?
- StreikjustizDu siehst sie durchs Gefilde hupfen:
- Vaterländische Ritornelle„Wer nimmt es mit mir auf in Ritornellen?
- Verfehlte NachtHeute wollte die Gnädige bei mir schlafen –
- Versunkenes TräumenLieblich ruht der Busen, auf dem Tisch,
- VorfrühlingSieh da: nun ist der fette Dichter wieder
- WeihnachtenSo steh ich nun vor deutschen Trümmern
- Wenn erstMein Sohn, was hör ich nur für Sachen?
- WetterhäuschenMal gehts uns gut. Dann brüllt der Chor der Rache.
- WünscheDie gnädige Frau ist hell und blond,
- Zwei Erschlagene(Liebknecht und Rosa Luxemburg)
- Zwischen den SchlachtenLeidige Politika!
1920s 46
- An die BerlinerinMädchen, kein Casanova
- An ihrAuf deinen großen Füßen, Ernestine,
- Auf einen RingFür Mary
- BekehrungFür Mary
- Der andre MannDu lernst ihn in einer Gesellschaft kennen.
- Die InselIch konnte kaum die Nacht erwarten,
- Die kleine UngeduldigeFür Mary
- Eine Frage und keine AntwortFür M. G.
- ErinnerungWie tanzt durch meine Träume Josephine!
- Frühling im Hochgebirge"Die Blonden sind sehr kalte Leute,
- Für MaryGibst du dich keinem-? Bist du nur blond und kühl?
- Für seine Meli1918. -
- Herz mit einem SprungIm Gesicht und auch in Sachsen,
- Liebespaar am FensterDies ist ein Sonntag vormittag;
- MalwineIch habe mich deinetwegen
- Mit einem KalenderFür M. G.
- Mit einem SchächtelchenDas ist das tiefste Wesen aller Frauen:
- Nach einer NachtWie sieht die Welt heut freundlich aus!
- Sie, zu ihmIch hab dir alles hingegeben:
- Wahre LiebeWenn ich so müd nach Hause komm,
- Wenn die Muse küßt ...!Daß du mich nicht erhörst, o Ernestine,
- All people on board!Das ist nämlich so in Berlin:
- Auf ein SoldatenbildHoher Kragen, eingezwängt
- Bei näherer BekanntschaftPraesentia minuit famam
- Berliner HerbstFür Paul Graetz
- Beschluß und ErinnerungAm 3. Dezember 1928 jährt sich zum zweiten Mal der Todestag Siegfried Jacobsohns
- Deine WeltTrudele dahin! Verkehre bei Ingenieuren!
- Der GrabenMutter, wozu hast du deinen aufgezogen?
- Der Mann am SpiegelPlötzlich fängt sich dein Blick im Spiegel
- Der schlimmste FeindFür Ernst Toller
- Die LeibesfruchtDu bist so schwer, du bist so blaß –
- Die ReihenfolgeWie war das neulich eigentümlich!
- Ehekrach„Ja –!“
- Es istEs ist so viel unverbrauchte Zärtlichkeit in Hotelzimmern,
- Fragen an eine ArbeiterfrauBist du sein guter Kamerad
- Gebet des ZeitungslesersDu lieber Gott, so hör mein leises Flehen!
- LedebourZum Fünfundsiebzigsten
- Meine Flieger – deine FliegerUnsere Flieger haben über den Ozean gemacht –
- Ruhe und OrdnungWenn Millionen arbeiten, ohne zu leben,
- Saxo-BorussenMöchten Sie Saxo-Borusse sein?
- SektionDer Charité in Züchten
- Sie schläftMorgens, vom letzten Schlaf ein Stück,
- Träumerei auf einem HavelseeIch bin Prokurist einer Wäschefabrik,
- Unser MilitärEinstmals, als ich ein kleiner Junge
- Was kosten die Soldaten?Wir haben Lungenkranke,
- Zwei SeelenIch, Herr Tiger, bestehe zu meinem Heil