Karl Kraus
Dieser Artikel befasst sich mit dem Schriftsteller Karl Kraus. Für andere Personen siehe Karl Kraus (Begriffsklärung).
Karl Kraus (Fotografie um 1900)
Gedenktafel am Geburtshaus
Karl Kraus (* 28. April 1874 in Jičín, Böhmen; † 12. Juni 1936 in Wien) war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts. Er war Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Förderer junger Autoren, Sprach- und Kulturkritiker sowie vor allem ein scharfer Kritiker der Presse und des Hetzjournalismus oder, wie er selbst es ausdrückte, der Journaille.
Poems (55)
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Abenteuer der Arbeit
[21] / Abenteuer der Arbeit … -
Absage
Wo die Maschine mit dem Menschen rauft, / wo Blutverlust bedeutet Geld-Erraffen, … -
Abschied und Wiederkehr
Löst sich die Lust von ihrem letzten Lohn, / so klammert sich ans Herz ein Klageton. … -
Als Bobby starb
Der große Hund ist tot. O Herz steh still, / das diese Trauerbotschaft fassen will! … -
An den Schnittlauch
O gutes Grün, wie sprichst du mich zärtlich an, / Wie heilig schweigst du von dem Geheimnisse. … -
An eine Falte
Wie Gottes Athem seine Fluren fächelt, / so wird es leicht und licht … -
An einen alten Lehrer
Da neulich sah ich wie in der Jugendzeit / Dich weißen Hauptes, irgendwohin den Blick … -
Aus jungen Tagen
Nie kann es anders sein. / Nun wirft mein Glaube keinen Schatten mehr. … -
Bange Stunde
Gebannt steh’ ich auf diesem Fleck / und kann nicht zurück und kann nicht weg … -
Bekenntnis
Ich bin nur einer von den Epigonen, / die in dem alten Haus der Sprache wohnen. … -
Der Irrgarten
Die Sprache ist, dies glaubt mir auf mein Wort, / ein Zwist, bei dem ein Wort das andre gibt. … -
Der Ratgeber
Was immer sich in meinen Traum gedrängt, / hat stets mit meinem Tage sich vermengt. … -
Der Reim
Der Reim ist nur der Sprache Gunst, / nicht nebenher noch eine Kunst, … -
Der Siebenschläfer
Lieg’ ich im Bett, so deck’ ich mich / bis an die Ohren zu. … -
Der sterbende Mensch
Der Mensch / Nun ists genug. Es hat mich nicht gefreut, … -
Der sterbende Soldat
Hauptmann, hol her das Standgericht! / Ich sterb’ für keinen Kaiser nicht! … -
Der tote Wald
Durch eure Macht, durch euer Mühn / bin ich ergraut. Einst war ich grün. … -
Die Schwärmer
Als ich in der Nacht mein Werk geschrieben, / sind an meinem Licht … -
Die weiblichen Hilfskräfte
Wir, die Wehrmacht zu entzücken, / eingerückte Heereshuren, … -
Es werde Licht
Bin so viel Jahre schon und Nacht für Nacht / in einem Unterstand gesessen. … -
Fahrt ins Fextal
Als deine Sonne meinen Schnee beschien, / ein Sonntag wars im blauen Engadin. … -
Flieder
Nun weiß ich doch, ’s ist Frühling wieder. / Ich sah es nicht vor so viel Nacht … -
Furcht
Vor Tönen, Formen, halb erwachten Träumen / wird mir im innern Herzen bang. … -
Gebet an die Sonne von Gibeon
Sonne, immer du noch purpurnen Abschied nimmst, / immer doch unbeirrt, immer den Erdentag … -
Grabschrift für ein Hündchen
Ein kleiner Hund mit langem Haar, den ich persönlich kannte, / er lachte, wenn man zu ihm sprach, er weinte, weil er stumm war, … -
Halbschlaf
Bevor ich war und wenn ich nicht mehr bin, / wie war ich da, wie werde ich da sein? … -
Hexenszenen
Ein freier Platz. Donner und Blitz. Die drei Hexen. / Erste Hexe … -
Ich habe einen Blick gesehn
Ich habe einen Blick gesehn und werde / an meinem letzten Tag ihm nicht entgehn. … -
Leben ohne Eitelkeit
Sieh, mein Außenbild ist fügsam, / sieh, mein Haben, so genügsam, … -
Magie
Wie alles zudrängt, daß es sich mir binde! / Wie sucht mich alles, daß ich eines finde! … -
Memoiren
Bang war das Herz. Mit ahnendem Gemüthe / sah ich ins Land, als mir der Frühling blühte. … -
Mit der Uhr in der Hand
Dies ist das Aug in Aug der Technik mit dem Tod. / Will Tapferkeit noch Anteil an der Macht? … -
Phantasie an eine Entrückte
Wie kam’s, daß deine Räusche mich berauschen / und deine süße Ohnmacht mich belebt, … -
Rückkehr in die Zeit
Mein Zeiger ist zurückgewendet, / nie ist Gewesnes mir vollendet … -
Slowenischer Leierkasten
Das ist ein Sonntagabend, / wo ich in fernem Land … -
Sonnenthal
Faßt Mut zum Schmerz, daß seine Thräne nicht mehr fließt / und dieser große Chor der Jugendbühne stumm ist: … -
Suchen und Finden
Die Dinge sind schon an der Fläche tief, / du mußt sie nur mit Ehrfurcht sagen. … -
Traum
Stunden gibt es, wo / mich der eigne Schritt … -
Traum vom Fliegen
Und wieder mir träumte, ich wäre geflogen, / und diesesmal war es doch sicherlich wahr, … -
Unter dem Wasserfall
Wer vor mir ließ von diesem Wasserfall, / von dieser Sonne sich begnaden! … -
Vallorbe
Du himmlisches Geflecht, du Glockenblumenkorb, / Ursprung der Orbe, der Welt, du unversehrtes Ziel, … -
Verlöbnis
Unendliche, laß dich unsterblich ermessen / und es sei mir dein Fühlen bewußt. … -
Verwandlung
Stimme im Herbst, verzichtend über dem Grab / auf deine Welt, du blasse Schwester des Monds, … -
Vision des Erblindeten
So, Mutter, Dank! So fühl’ ich deine Hand. / Oh, sie befreit von Nacht und Vaterland! … -
Vor dem Einschlafen
Wovor ist mir denn bang? / Was soll mir denn geschehen? … -
Vor dem Schlaf
So spät ist es, so späte, / was werden wird, ich weiß es nicht. … -
Vor einem Springbrunnen
Wie doch die Kraft das Wasser hebt! / Es steigt und schwindet, schwillt und schwebt, … -
Wiedersehn mit Schmetterlingen
Wie nach den Lebensnächten / es prangt in neuen Prächten, … -
Wiese im Park
Wie wird mir zeitlos. Rückwärts hingebannt / weil’ ich und stehe fest im Wiesenplan, … -
Wollust
O Unterschied im Liebesspiele! / Wie kommt es aus ganz andern Quellen: … -
Zuflucht
Hab’ ich dein Ohr nur, find’ ich schon mein Wort: / wie sollte mir’s dann an Gedanken fehlen? … -
Zum ewigen Frieden
Nie las ein Blick, von Thränen übermannt, / ein Wort wie dieses von Immanuel Kant. … -
Zwei Läufer
Zwei Läufer laufen zeitentlang, / der eine dreist, der andre bang: … -
Zwei Soldatenlieder
In einem totenstillen Lied / vom Weh zum Wort die Frage zieht: … -
„Alle Vögel sind schon da“
Das Zimmer schweigt und vor dem Fenster / brütet der Sonntag seinen Plan, …