Karl Kraus
1874–1936
Karl Kraus (* 28. April 1874 in Jičín, Böhmen; † 12. Juni 1936 in Wien) war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts. Er war Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Förderer junger Autoren, Sprach- und Kulturkritiker sowie vor allem ein scharfer Kritiker der Presse und des Hetzjournalismus oder, wie er selbst es ausdrückte, der Journaille.
Best-known poems
-
Verwandlung
Stimme im Herbst, verzichtend über dem Grab
auf deine Welt, du blasse Schwester des Monds,
süße Verlobte des klagenden Windes, … -
Vision des Erblindeten
So, Mutter, Dank! So fühl’ ich deine Hand.
Oh, sie befreit von Nacht und Vaterland!
Ich athme Wald und heimatliches Glück. …
All poems (62)
1920s 61
- Abenteuer der ArbeitWas leicht mir in den Schoß fiel,
- AbsageWo die Maschine mit dem Menschen rauft,
- Abschied und WiederkehrLöst sich die Lust von ihrem letzten Lohn,
- „Alle Vögel sind schon da“Das Zimmer schweigt und vor dem Fenster
- Als Bobby starbDer große Hund ist tot. O Herz steh still,
- An den SchnittlauchO gutes Grün, wie sprichst du mich zärtlich an,
- An eine FalteWie Gottes Athem seine Fluren fächelt,
- An einen alten LehrerDa neulich sah ich wie in der Jugendzeit
- AuferstehungMein Haupt war Flamme, dem beschwingten Schritt
- Aus jungen TagenNie kann es anders sein.
- Bange StundeGebannt steh’ ich auf diesem Fleck
- BekenntnisIch bin nur einer von den Epigonen,
- Der IrrgartenDie Sprache ist, dies glaubt mir auf mein Wort,
- Der RatgeberWas immer sich in meinen Traum gedrängt,
- Der ReimDer Reim ist nur der Sprache Gunst,
- Der SiebenschläferLieg’ ich im Bett, so deck’ ich mich
- Der sterbende MenschDer Mensch
- Der sterbende SoldatHauptmann, hol her das Standgericht!
- Der tote WaldDurch eure Macht, durch euer Mühn
- Die RabenImmer waren unsre Nahrung
- Die SchwärmerAls ich in der Nacht mein Werk geschrieben,
- Die weiblichen HilfskräfteWir, die Wehrmacht zu entzücken,
- Es werde LichtBin so viel Jahre schon und Nacht für Nacht
- Fahrt ins FextalAls deine Sonne meinen Schnee beschien,
- FliederNun weiß ich doch, ’s ist Frühling wieder.
- FurchtVor Tönen, Formen, halb erwachten Träumen
- GebetDu großer Gott, laß mich nicht Zeuge sein!
- Gebet an die Sonne von GibeonSonne, immer du noch purpurnen Abschied nimmst,
- GrabschriftDer großen Zeit schreib' ich es ins Gesicht:
- Grabschrift für ein HündchenEin kleiner Hund mit langem Haar, den ich persönlich kannte,
- HalbschlafBevor ich war und wenn ich nicht mehr bin,
- Ich habe einen Blick gesehnIch habe einen Blick gesehn und werde
- JugendDa schon die Blätter falb,
- LandschaftThierfehd ist hier: das sagt dem Menschsein ab,
- Leben ohne EitelkeitSieh, mein Außenbild ist fügsam,
- MagieWie alles zudrängt, daß es sich mir binde!
- MemoirenBang war das Herz. Mit ahnendem Gemüthe
- Mit der Uhr in der HandDies ist das Aug in Aug der Technik mit dem Tod.
- Phantasie an eine EntrückteWie kam’s, daß deine Räusche mich berauschen
- Rückkehr in die ZeitMein Zeiger ist zurückgewendet,
- SehnsuchtEs war einmal.
- Slowenischer LeierkastenDas ist ein Sonntagabend,
- SonnenthalFaßt Mut zum Schmerz, daß seine Thräne nicht mehr fließt
- Suchen und FindenDie Dinge sind schon an der Fläche tief,
- TraumStunden gibt es, wo
- Traum vom FliegenUnd wieder mir träumte, ich wäre geflogen,
- Unter dem WasserfallWer vor mir ließ von diesem Wasserfall,
- VallorbeDu himmlisches Geflecht, du Glockenblumenkorb,
- VerlöbnisUnendliche, laß dich unsterblich ermessen
- VerwandlungStimme im Herbst, verzichtend über dem Grab
- Vision des ErblindetenSo, Mutter, Dank! So fühl’ ich deine Hand.
- Vor dem EinschlafenWovor ist mir denn bang?
- Vor dem SchlafSo spät ist es, so späte,
- Vor einem SpringbrunnenWie doch die Kraft das Wasser hebt!
- Wiedersehn mit SchmetterlingenWie nach den Lebensnächten
- Wiese im ParkWie wird mir zeitlos. Rückwärts hingebannt
- WollustO Unterschied im Liebesspiele!
- ZufluchtHab’ ich dein Ohr nur, find’ ich schon mein Wort:
- Zum ewigen FriedenNie las ein Blick, von Thränen übermannt,
- Zwei LäuferZwei Läufer laufen zeitentlang,
- Zwei SoldatenliederIn einem totenstillen Lied