An eine Falte

by Karl Kraus

Wie Gottes Athem seine Fluren fächelt, so wird es leicht und licht in diesem klaren Angesicht. Es hat die Erde gern

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und schwebt ihr fern

und liebt und lächelt. [50] Und Gottes Finger bildete den Bug vom Ebenbilde. Es zieht so milde

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hin über alles Leid,

und es verzeiht der edle Zug. In dich, o unvergeßlich feine Falte, betend versanken

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meine Gedanken.

Daß diese letzte Spur seiner Natur mir Gott erhalte!

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