Zum ewigen Frieden
Nie las ein Blick, von Thränen übermannt, ein Wort wie dieses von Immanuel Kant. Bei Gott, kein Trost des Himmels übertrifft die heilige Hoffnung dieser Grabesschrift.
»Mir wird es finster, und es werde Licht!« Für alles Werden, das am Menschsein krankt, stirbt der Unsterbliche. Er glaubt und dankt. Ihm hellt den Abschied von dem dunklen Tag,
Durchs Höllentor des Heute und Hienieden vertrauend träumt er hin zum ewigen Frieden. Er sagt es, und die Welt ist wieder wahr, und Gottes Herz erschließt sich mit »und zwar«.
so widerfährt euch das verheißne Heil. O rettet aus dem Unheil euch zum Geist, der euch aus euch die guten Wege weist! Welch eine Menschheit! Welch ein hehrer Hirt!
[71] Weh, wenn im deutschen Wahn die Welt verschlief das letzte deutsche Wunder, das sie rief! Bis an die Sterne reichte einst ein Zwerg. Sein irdisch Reich war nur ein Königsberg.
schritt eines Weltalls treuer Untertan. Sein Wort gebietet über Schwert und Macht und seine Bürgschaft löst aus Schuld und Nacht. Und seines Herzens heiliger Morgenröte
Im Weltbrand bleibt das Wort ihr eingebrannt: Zum ewigen Frieden von Immanuel Kant!