Rückkehr in die Zeit

by Karl Kraus

Mein Zeiger ist zurückgewendet, nie ist Gewesnes mir vollendet und anders steh’ ich in der Zeit. [74] In welche Zukunft ich auch schweife

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und was ich immer erst ergreife,

es wird mir zur Vergangenheit. Und allem, was an Schmach und Schöne als Bilder ich bewahr’ und Töne, dem bin ich ewig untertan.

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Ich sitze bei der Schicksalsspinne

und was sie immer mir beginne, ich seh’ es mir von außen an. Bin meines Werdegangs Behälter und schaue alle Jüngern älter

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und fühle in den Tod mich jung.

Und ich entwirre das Gewebe und was ich immer noch erlebe, erleb’ ich als Erinnerung. Ich bin mein treuester Begleiter

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und lebe das Gelebte weiter,

und Neues kann mir nicht geschehn. Von einem Urbild war gesegnet, was mir zum erstenmal begegnet, und ist mir wie ein Wiedersehn.

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Bei einem nie gehörten Klange

wird mir nach meiner Vorzeit bange, wird Niegesehnes nahe sein. Und wenn ich einmal auf der Bahre in unbekannte Länder fahre,

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dann tret’ ich in das Leben ein.

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