Traum
Stunden gibt es, wo mich der eigne Schritt übereilt und nimmt meine Seele mit.
würd’ ich selig sein. Ach, zuweilen glänzt in den Tag der Schein. Weiß dann, wie es war,
eh’ ich in die Zeit wurde umgewandt. Staunend stand ich da und ein Bergbach rinnt
war mir wohlgesinnt. Und der Wind befiehlt, damit leichtbeschwingt alles in der Luft
Habe jedes Glück schon im Flug ereilt. Alles ist Geschlecht, wir sind ungeteilt.
und ein jeglich Ding mir in dieser Nacht an die Sinne ging. Wie sie vollends mich,
und mein Todfeind ach ihr zur Seite saß — unvergeßlich Bild unverlorner Spur
schwacher Weibnatur! Elfenbeine sinds: sagt ins Ohr der Traum, und die ganze Welt
Sie verduftet mir durch die Sphären hin, immer ist es so, wie wenn Pappeln blühn.
weiß nicht, wie’s geschah. Deiner Erde doch bleib’ ich ewig nah. [84] Immer heißer wird’s
viele Pforten sind schon mir aufgetan. Eh mir noch verläuft dieser Lebenslauf,
mir zum Zeugen auf. Alles wird Gesicht, jedes Ding ein Mund. Welche bunte Welt!
Grundlos leben wir, reichen bis zum Mond. Einer zeigt mein Grab, das noch unbewohnt.
und trägt Sünden ein — alle retten sich, alle trinken Wein. Eine Glocke schrillt,
Wenn du heute nur nicht gerufen wirst! [85] Schon betäubt der Tag das verlorne Ohr;
jener grüne Flor. Wär’ mein Tag vorbei! Wieder umgewandt kehrt’ ich aus der Zeit