Memoiren
Bang war das Herz. Mit ahnendem Gemüthe sah ich ins Land, als mir der Frühling blühte. Vor jedem Schritte stand als Schicksalswende, ob morgen in der Schule ich bestände.
ward alles da von allem mir zum Zeichen. Als sie zum erstenmal die Liebe nannten, löst’ ich die Gleichung mit der Unbekannten. [44] Erfüllt von Lust war’s, auf die Lust zu warten.
Von allen Seiten sah ich in die Stunde: um ein Geheimnis ging ihr Gang die Runde. Nachts sitzt ein Ding, das fiebrig mich befühlt, auf meiner Brust, die sich ins Chaos wühlt.
mir alle Sinne gleich zusammenfaßt, daß ein Geräusch mir ein Gesicht erschließt, Geschmack und Tastsinn mir zusammenfließt? Das war die Botschaft aus dem neuen Land;
Will heute ich, daß ich ein Kind noch sei, schnell, eh’ ich einschlaf’, ruf’ ich ihn herbei. Doch aller Ängste heiliges Wunder du — ich schloß die Hölle mir von innen zu.
ich schuf die Hemmung, wenn das Ziel noch weit. Daß ich zu ihm mein Leblang nicht gelange, lud zum Verweilen eine Kletterstange. Schon vor dem Kuß der Seligkeit entbunden,
Zu eurem Schein, der nur was ist begreift, ist nie mein Glück der Scheinbarkeit gereift. [45] Ihr habt nur, was ihr habt, kurz ist die Weile, dieweil ich mir die Ewigkeit verteile.
Verflucht zum Mannsein, seid ihr gleich entmannt. Verwesung weist mir eures Samens Spur, verbraucht im Kreuzzug gegen die Natur. Entweibtes, das im Schlaf ich schauen mußt’,
Jetzt tönt die Glocke zu dem Hochgericht, jetzt blitzt ein Blitz aus tragischem Gesicht. Im Wolterton unendlich ruft von hinnen die Klage Shakespearischer Königinnen.
Laßt mich durch dieses Tor zum Richter ein, daß ich für Gottes Absicht mich verbürge und endlich doch einmal den Teufel würge! Viel totes Leben drängt sich an der Pforte,
Wer wehrt mir? Weh, wer stellt mir Hindernisse, Natur zu heilen von dem blutigen Risse? Da hat es mich und sitzt mir auf der Brust! Und macht der armen Kindheit mich bewußt,