Ich habe einen Blick gesehn
Ich habe einen Blick gesehn und werde an meinem letzten Tag ihm nicht entgehn. Erbebt nicht diese schuldbeladne Erde, seitdem ich diesen Blick gesehn?
im Frühjahr allzu kümmerlich erblüht, steht ein Gesträuch, in eine Welt verloren, für die sich Gott vergebens müht. Und vor dem Strauch ist eine Frau gestanden,
Wie wurde mir! Wie hielt mit heiligen Banden allhier ein Wunder mich zurück. Der Blick, so arm, aus blassem Angesichte, verlebt, verdorrt von Marter, Mangel, Mühn —
die ganze Welt auf einmal grün! Was immer ihr das Leben vorenthalten, seit sie das Schicksal in das Dunkel wies: nun ist es da und vor dem Blick der Alten
Kein Gärtner hütet zärtlicher die Reiser als diese Abendsonne dieses Blicks. Kein Himmelsstern grüßt gnädiger und weiser die Fülle abgewandten Glücks.
an meinem letzten Tag ihm nicht entgehn. Erbebt nicht diese schuldbeladne Erde, seitdem ich diesen Blick gesehn?