Wiedersehn mit Schmetterlingen

by Karl Kraus

Wie nach den Lebensnächten es prangt in neuen Prächten, vom Morgenthau benetzt! Was hebet aus den Grüften

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und letzt mit linden Lüften

auch mich zuguterletzt? Es heilt das Herz vom Hirne und kühlt die kranke Stirne am jungen Tag gesund.

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Das strömt von andern Sternen

und läßt die Liebe lernen auf einem grünen Grund. Der Welt war ich ein Riese. Ein Kind bin ich der Wiese.

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Nun ist’s wie dazumal.

Dort drüben hinterm Berge, dort kämpfen feige Zwerge. Ich spiele in dem Thal. Hier, fern von Trug und Tadel,

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leiht Rittersporn den Adel,

mein Muth ist Löwenzahn! [19] Die Zeit mir zu begleiten, erzählt der Bach von Zeiten, die hat die Zeit verthan.

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Und daß ich wieder singe,

erscheinen Schmetterlinge, o grenzenloses Glück! Auf einem Sonnenstrahle die stolzen Admirale,

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sie kehren mir zurück!

War’s schwer, ihr Papilionen, auf dieser Welt zu wohnen? Verlort ihr diese Spur? Zusammen hier zu rasten,

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lockt uns ein Leierkasten,

der spielt »Nur für Natur«. Wir junggewohnten Schwärmer, wir wurden arm und ärmer in der papiernen Pein.

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So sagt, ihr losen Lieben,

wo wart ihr denn geblieben, und ließet mich allein? Der Walzer ist verflossen, wir waren Zeitgenossen,

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bleibt doch ein Weilchen stehn!

Die Zukunft ist begraben, die fressen schon die Raben. Wann werden wir uns wiedersehn?

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