Marceline Desbordes-Valmore

Marceline Desbordes-Valmore

1786–1859

Marceline Desbordes-Valmore (* 20. Juni 1786 in Douai; † 23. Juli 1859 in Paris) war eine französische Schriftstellerin.

Marceline Desbordes war die Tochter eines erfolgreichen Malers, Félix Desbordes und seiner Frau Catherine Lucas. Ihre Kindheit war durch die schwierige Lage der Familie gekennzeichnet, da ihr Vater durch die Wirren der Französischen Revolution mehr und mehr verarmte. Um die Lage der Familie aufzubessern, beschloss ihre Mutter, sie mit einem Verwandten in Guadeloupe auf den Antillen zu verkuppeln. Von Gelbfieber gezeichnet kehrte sie als 16-Jährige zurück, die Mutter war an der Krankheit gestorben.

Sie widmete sich der Musik und begann eine Karriere als Sängerin und Schauspielerin. Das Zusammentreffen mit dem belgisch-französischen Komponisten André-Ernest-Modeste Grétry im Jahr 1805 brachte ihr ein Engagement an der Komischen Oper. 1813 wechselte sie zum Théâtre Royal de l'Odéon in Paris und spielte 1815 am Brüsseler Theater La Monnaie. Sie schrieb zunächst auch selbst für die Bühne, war damit aber nicht erfolgreich.

Von 1808 bis 1810 befand sie sich in unehelichen Beziehung mit Henri de Latouche, ein gemeinsames Kind starb 1816. 1817 heiratete sie in zweiter Ehe den Schauspieler Prosper Lanchantin Valmore, mit dem sie auch oft auf der Bühne auftrat. Von den Misserfolgen ihrer Bühnenwerke geprägt, musste sie erst gedrängt werden, ihre Gedichte zu veröffentlichen. Hier jedoch hatte sie 1819 mit ihrem Debütband bereits Erfolg. 1823 kehrte sie der Bühne den Rücken und schuf bis zu ihrem Lebensende in sorgfältiger Arbeit und mehrjährigen Abständen weitere Gedichtbände. Nachdem sie drei ihrer Kinder mit Lanchantin Valmore verlor, ebenso fast alle anderen Angehörigen und zahlreiche Freunde, nahm sie sich 1859 in Paris das Leben.

Ihre Werke (vor allem Gedichtbände) zeigen Desbordes-Valmores als eine außerordentlich gütige, sensible Frau mit einem großen liebenden Herzen, aber auch mit verstörenden Brüchen in ihrem eigenen, wechselvollen Leben. Ihre Themen reichen von Mutterschaft – die sie als fast einzige Dichterin poetisch erschloss – über Liebe, Freundschaft, Kindheit, Gott bis zu Protesten gegen soziale Unterdrückung (z. B. die der Seidenweber von Lyon 1831/1834). Charles Baudelaire und Paul Verlaine (den Arthur Rimbaud auf sie hinwies) bewunderten die Innigkeit, Musikalität und Unmittelbarkeit ihrer Poesie. Sie wurde als größte Lyrikerin Frankreichs im neunzehnten Jahrhundert bezeichnet.
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Best-known poems

All poems (199)

A 19

C 3

D 6

E 9

F 3

H 1

I 1

J 9

L 101

M 2

N 2

O 1

P 4

Q 4

R 7

S 10

T 5

U 6

V 1

In German 3

In Spanish 2