Carl Streckfuß
1778–1844
Adolf Friedrich Carl Streckfuß (* 20. September 1779 in Gera; † 26. Juli 1844 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Jurist.
Mit 18 Jahren immatrikulierte sich Streckfuß 1797 an der Universität Leipzig um Jura zu studieren. Drei Jahre später beendete er erfolgreich sein Studium und ging im Frühjahr 1801 als Hauslehrer nach Triest (damals noch unter österreichischer Herrschaft). Neben seinen Aufgaben als Pädagoge erlernte Streckfuß die italienischer Sprache so gut, dass er auch als Dolmetscher bald gefragt wurde.
1804 wechselte Streckfuß, mit Förderung seines Arbeitgebers, im selben Beruf nach Wien und blieb dort bis 1806. Im Herbst 1806 kehrte Streckfuß nach Deutschland zurück und wurde sächsischer Verwaltungsbeamter. 1811 wurde der russische Gesandte in Berlin sein Arbeitgeber und 1815 fand Streckfuß in der preußischen Verwaltung eine Anstellung. Im Jahr 1820 trat er der Gesetzlosen Gesellschaft zu Berlin bei.
Kurz vor seinem 44. Geburtstag avancierte Streckfuß 1823 zum Geheimen Oberregierungsrat und 1840 berief man ihn als Mitglied in den Staatsrat. Bereits drei Jahre später gab Streckfuß aus gesundheitlichen Gründen alle seine Ämter zurück und zog sich in den Ruhestand zurück. Im Alter von beinahe 65 Jahren starb Carl Streckfuß am 26. Juli 1844 in Berlin.
Das schriftstellerische Werk von Streckfuß umfasst Lyrik und Prosa; aber ein wichtiger Teil sind auch seine Übersetzungen aus dem Italienischen. So übersetzte er auch die Göttliche Komödie ins Deutsche. Einige seiner Werke veröffentlichte er unter dem Pseudonym Leberecht Fromm. Als er 1833 sein Werk „Über das Verhältnis der Juden zu den christlichen Staaten“ veröffentlichte, in dem er sich kritisch zu einer möglichen rechtlichen Gleichstellung der Juden äußerte, entfachte Streckfuß eine kontroverse Diskussion. Unter anderem sah sich der preußische Ober-Regierungsrath Freiherr Heinrich Christian von Ulmenstein genötigt, noch im selben Jahr seine „Gegenbemerkungen“ dazu herauszubringen. Nach ausgesprochen positiven Erfahrungen im Kontakt mit preußischen Juden revidierte Streckfuß seine Ansichten in einer Schrift, die er zehn Jahre später unter dem gleichen Titel herausgab.
Der Schriftsteller Adolf Streckfuß ist sein Sohn.
Referenzfehler: Einzelnachweisfehler: „<ref>-Tags existieren, jedoch wurde kein <references />-Tag gefunden.“
Hinweis: Hierzu kann es auch kommen, wenn eine Referenz nicht korrekt geschlossen wurde – also ein </ref> oder der schließende Schrägstrich in einem Verweis auf eine benannte Referenz (<ref name="xxx" />) fehlt oder wenn der schließende Schrägstrich im Referenzblock (<references … />) fehlt.
Best-known poems
-
Der Kuß
Nie kann die Liebe ganz ihr Wesen sagen,
Und tief im Herzen glimmt die reinste Gluth.
Sich zu enthüllen wär’ ihr höchstes Gut, …
All poems (50)
1800s 38
- ActäonDiana hat dem Quell sich hingegeben,
- An Maria del CaroKamst du vom Himmel, schöne Luftgestalt?
- An NadineWas will der Ernst auf deiner Stirn, Nadine?
- Auf der ReiseDer Heimath angeknüpft durch zarte Bande,
- BerufEin irrer Wohllaut schwamm um meine Ohren,
- Bey der Hochzeit des Hrn. SchultzUmflattert von dem leichten irren Leben,
- Das GeständnißEin Wörtchen muß ich dir verkünden,
- Der GartenTausend Wege durchziehn mich, doch wähle nicht lange, o Wandrer,
- Der KußNie kann die Liebe ganz ihr Wesen sagen,
- Der LenzEin junger Lenz prangt auf der Flur umher,
- Der schöne AugenblickIm Arm der Schatten, in der Blumen Schooße,
- Der SturmwindFürchterlich tob’ ich einher, doch tobend zerreiß’ ich die Wolken,
- Der UnbeständigeMein Herz ist nicht mehr dein, — der reizenden Nannette
- Des Freundes BesuchHorch, horch, was reget sich an der Thür,
- Des Heilands VerklärungMit heiterm Blick, mit ruhig festem Schritte
- Des Narcissus VerwandlungNarciß, der schönste Hirt der Flur,
- Die Verlassene an die QuelleFelsentochter, die du mit holdem Kosen
- Drittes Fragment„Ist doch die Dämmerung schön — von ihren Armen umschlungen,
- EchoStolz in seiner Schönheit Blüthe,
- EinleitungHört ihr mich von Amandens Reizen singen,
- EntsagungEin dichter Nebel schwamm auf meinen Loosen,
- Entzücken im FrühlingeEs grünt das Feld,
- Erstes FragmentWie am Abendhimmel die goldenen Wolken dahinfliehn,
- Fünftes FragmentAber horch! es rauscht wie leise Tritte — Was naht sich?
- GelübdeUnd ob dem Sinn die Worte dunkel klangen,
- Getäuschte LiebeSo war es nur ein Traum, was ich gesehen,
- GrabschriftLiebt ihr Götter den Scherz, und seyd ihr nicht Hasser der Freude,
- In ein StammbuchZiehe voll Sorgfalt, o Freund, die schönste der Blumen, doch weislich
- Liebe und HoffnungLieb’ und Hoffnung, wie oft habt ihr mich grausam betrogen,
- PhantasieengemäldeIm Mondenschein, der was das Herz verborgen,
- SchönheitssinnIm Herzen ruhet tief verborgen,
- Sechstes FragmentSehet, so schlürft’ ich hinunter den Becher, himmlischer Liebe,
- SehnsuchtDrohende Wetter verdunkeln des Himmels Glanz,
- Siebentes FragmentImmer redet’ ich so, und Svada bewohnte die Lippen,
- Sonette an AmandaZum Himmel streckt’ ich flehend oft die Hände,
- Vergebliche SehnsuchtWenn ihr einst den Jüngling wieder sehet,
- Viertes FragmentSprich, du liebliche Freundinn, wer wieß dir die Pfade des Rechten,
- Zweytes FragmentBoreas hatte getobt, mit ehernem Fittig gebrauset,
1830s 12
- An die Kronprinzessin von PreußenWenn mit bescheid’nem Schritt, den Blick gesenkt,
- Das Gastmahl des TheoderichWild tobt beim kriegerischen Schmause
- Das RiesenkindWar einst ein Riesen-Kindlein,
- Der BlumenkranzEinen Kranz hab’ ich gefunden,
- Die Madü-MaränenBei Stargardt, im treuen Pommerland,
- Engels-Töne„Regen nicht tönend hell
- Höchster RuhmWas bringt den höchsten Ruhm? – der Sieg!
- MenschenwerthWas giebt menschlichen Werth? – Die Gesinnung, welche des Willens
- Nothwendigkeit und FreiheitKannst du dem Auge gebieten: erblicke dies schön und dies häßlich? –
- PreussenHeil, mein Preußen, dir, Heil! Dich begrüß’ ich mit freudigem Stolze,
- Stimme in der WüsteSie segeln zum verhängnißvollen Hafen,
- TafelliedHört die überweisen Dummen,