Vergebliche Sehnsucht

by Carl Streckfuß

Wenn ihr einst den Jüngling wieder sehet, Oede Fluren, den mein Herz erkor, O dann tritt der holde Lenz hervor, Blumen sprießen, wo sein Odem wehet.

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Rings umher

Suchet ihn mein Blick – Ach, und er Der Geliebte kehret nicht zurück.      Süßer tönen, Vögel, eure Lieder,

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Wenn euch zärtlich des Geliebten Ton

Seine Liebe singt, und ihren Lohn; Er belebt erst eure Töne wieder. Rings umher Lauscht nach ihm mein Ohr –

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Ach, und er

Singt mir nicht mehr seine Liebe vor. [34]      Echo, ach du hörtest meine Klagen, Fragend oft vertraut’ ich dir mein Leid. Kommt er nicht zurück, voll Zärtlichkeit

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Nach dem Mädchen, das ihn liebt, zu fragen?

Rings umher Lauscht mein Ohr, mein Blick – Ach, und er Ruft mir nicht, und kehret nie zurück.

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     Und mir flüstern schaurig süße Stimmen

Aus des Stromes Silberspiegel zu: Komm zu mir, ins stille Land der Ruh Sollst du sanft auf meinen Wogen schwimmen. Ach! hinab

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Zieht mich wilder Schmerz.

Tief im Grab Ruht der Freund, da ruh‘, o müdes Herz.

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