Emil Prinz Schönaich-Carolath
1852–1908
Poems (40)
1870s 40
- An ...Ich sah dich still durch meine Jugend schweben,
- Deine Lippen nenn' ich gerneSchöner als die schönste Rose,
- Der Mond geht unter hinter fernen HöhenRotdunstig taucht er tief ins große Wasser,
- Der Sturmwind braust über's dunkle MeerUnd treibt seine Wogen himmelwärts
- Der Südwind rauscht durch die CypressenDie Luft ist warm, der Himmel trüb -
- Die Rosen blühten, du stilles KindZum ersten Male. Wir waren
- Die Welle rinntDer Frühling spinnt
- Du melancholisches RömerkindWie könnte ich je vergessen,
- Du reichtest stumm mir beide HändeDu sahst mich lieb und traurig an,
- Einmal noch sage, daß du mich liebstSag es mit lachender Ungeduld,
- Einst lag im Lande FrühlingsscheinVoll seliger Vergessenheit
- Einst lag im Walde Frühlingsschein;Voll seliger Vergessenheit
- Es fragt die Welt, warum ich gut dir bliebeSie tadelt mich, sie redet hart darum,
- Es geh'n vom CampanileDie Glocken bang und matt,
- Es graut der Morgen, die Hähne schrei'nIch fahre aus wilden Träumen empor -
- Es graut der Morgen, die Hähne schreinEin wilder Traum treibt mich empor,
- Es ist nun Herbst, und der Sommer wichDie Blätter sterben und fallen,
- Es liegt ein Traum auf der HaideEs weht im Walde ein Duft,
- Es liegt im AbendstrahleDie weite, graue Stadt,
- Es liegt im Thale, am Strome drübenDie Stadt, in der ich geboren ward,
- Es steht in WälderweitenDie stille Musenstadt,
- Gedenkst du, mein Lieb, der ZeitenDa sehnend das Herz uns schwoll,
- Gern will ich in deinem schwarzen HaarVerbergen die blasse Wange,
- Gewitterwind braust durch's hohe KaminUnd treibt die Gluten zusammen. -
- Grauer Vogel über der HaideDer klagend die Heimat mied,
- Ich habe die ferne GeliebteIn tiefem Traume geseh'n,
- Ich sah dich still durch meine Jugend schwebenIch hab' gewähnt, du seist zur Welt gekommen,
- Laß deine Lippen röther blüh'nLaß deine Locken sich wilder wirr'n,
- Lied eines NarrenFrauen gibt's nicht. Mein Ritter, schau:
- Mein Leben war ein schwerer StreitMein Herz ward leer und hart gemacht,
- Mein Lieb, gedenkst du der ZeitenWo das Herz uns vor Sehnsucht schwoll,
- Nun schwellen die roten RosenNun hab' ich im Lenzgelüst,
- O, zittre nicht vor jenem WehWas heiß aus meinen Liedern bricht -
- Ob du auch wunderseltsam bistIch lasse nimmermehr von dir -
- Sie fragen mich: "Warum ich gut dir bliebe"Sie reden viel und schelten mich darum,
- Sie haben gesagt: es kann nicht seinSie ist so still, und du bist so wild,
- Sie sagten, du sei'st ein DiamantWeil du so schön und hart;
- Was ich zuerst geliebt, ich weiß es nicht -War's eine Blume, war's ein Wiegenlied,
- Wenn ich dich seh' von ferneDu Tiefgeliebte mein,
- Wir saßen am öden StrandeEs rollte und grollte das Meer,