Ich habe die ferne Geliebte

by Emil Prinz Schönaich-Carolath

In tiefem Traume geseh'n,
Und weinen habe ich müssen,
Als sollte mein Herz vergeh'n.

Nicht bebten die süßen Lippen,
Nicht war ihre Wange blaß,
Nicht war von Thränen der Trauer
Ihr dunkles Auge naß.

Es lag voll endloser Liebe,
Voll Glück und voll Sonnenglanz,
Und in den wehenden Locken
Trug sie einen Myrthenkranz.

Aus: Lieder an eine Verlorene
von Prinz Emil von Schönaich-Carolath
Stuttgart Leipzig Eduard Hallberger 1878 (S. 14)

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