Es fragt die Welt, warum ich gut dir bliebe

by Emil Prinz Schönaich-Carolath (1852–1908) · 1878 German

Sie tadelt mich, sie redet hart darum,
Du selber spottest über meine Liebe
Und sagst, sie sei vergeblich Martertum.

Wer prahlte gern mit früh verlornem Glücke?
Ach, daß mein Herz für immer spannen soll
Den Lebensglanz um eine dunkle Lücke,
Bleibt ein Gesetz, starr und verhängnisvoll.

So schließt sich fest um eine leere Stelle
Unwandelbar der goldgefügte Ring,
Daraus der Stein, der edle, wunderhelle,
Gelöst ward und im Staub verloren ging.

Aus: Gesammelte Werke
von Prinz Emil von Schoenaich-Carolath
3. Band Gedichte
Leipzig G. J. Göschen'sche Verlagsbuchhandlung 1907 (S. 15)

_____

More poems by Emil Prinz Schönaich-Carolath

  • An ...

    Ich sah dich still durch meine Jugend schweben,
    Sie sagten All', du sei'st herabgekommen
    Aus bess'rer Welt, zu leuchten meinem Leben. …
  • Deine Lippen nenn' ich gerne

    Deine Lippen nenn' ich gerne
    Schöner als die schönste Rose,
    Und viel heller als die Sterne …
  • Der Mond geht unter hinter fernen Höhen

    Der Mond geht unter hinter fernen Höhen,
    Rotdunstig taucht er tief ins große Wasser,
    Die Heide trieft, getränkt von Regenböen, …
  • Der Sturmwind braust über's dunkle Meer

    Der Sturmwind braust über's dunkle Meer
    Und treibt seine Wogen himmelwärts
    Zu wildem Ringen, zu Kämpfen schwer - …

All poems by Emil Prinz Schönaich-Carolath →