Hermann Oelschläger

  • An dich, Geliebte, muß mich's immer mahnen,
    Ward auch dein Bild mir zu des Unheils Zeichen;
    Mein Auge brennt und sucht dich zu erreichen,
    Doch du, mein Stern, folgst treulos fremden Bahnen.

    Dir schwur ich zu und deiner Schönheit...

  • O schilt mich nicht, daß ich in deiner Nähe
    So gerne weile und so gerne träume!
    Unmöglich ist, daß Bess'res ich versäume,
    Da deines Herzens Tiefen ich durchspähe.

    Frommt es, begierig, daß ihm Nichts entgehe,
    Dem...

  • Bot deine Liebe nicht ein Ziel dem rauhen,
    Unseligen Verhängniß ganz und gar,
    Das von der Wiege zugesellt mir war
    Und manches Mal mir schlug mit scharfen Klauen?

    Doch oft, sagst du, wenn froh, mich froh zu schauen,
    ...

  • Ernst ist die Liebe. Gern an leichten Scherzen
    Mag Liebeständelei sich rasch vergnügen,
    Vielleicht auch um das Leben sich betrügen,
    Wie sich der Falter an dem Licht der Kerzen.

    Doch wenn das Herz sich heißer schmiegt zum Herzen...

  • Ich sollte dir es nimmermehr verzeihen,
    Daß mich dein Reiz um jenen Bann betrog,
    Den einst mit strenger Hand ich um mich zog,
    Dem Segen mich der Einsamkeit zu weihen.

    Es galt, von jenem Fluch mich zu befreien,
    Der...

  • Wir liebten uns schon längst, doch nur vom Sehen,
    Und Aug' in Auge schlossen wir den Bund,
    Der unbezeugt vom wandelbaren Mund
    Die wandelbare Zeit soll überstehen.

    Die Zunge kann manch Wort gefällig drehen,
    Ein voller...

  • Wenn du dein Haupt
    Zur Brust mir neigst
    Und die Hände mir fassest
    Und stehst und schweigst -

    Wenn mir dein Hauch
    Die Stirn umweht,
    Dann überkommt es mich
    Wie Gebet.

    ...

  • Von jetzt gehör' ich ganz zu deinen Knechten;
    Ich ließ den Kreis der heitersten Genossen,
    Die sorglos oft mit mir und unverdrossen
    Vom Abend bis zum frühen Morgen zechten.

    Sollt' ich mit dir, mein blondes Kind, drum rechten?...

  • Kreitton logou to kalloV thV gunaikoV

    I.

    Ob du daran wirst Wohlgefallen tragen,...

  • Ach, wer hat es nicht erfahren,
    Daß ein Blick, ein Ton, ein Duft
    Was vergessen war seit Jahren
    Plötzlich vor die Seele ruft.
    Geibel
    ...