Karl Stieler
Dieser Artikel befasst sich mit dem Dichter Karl Stieler. Zum Verwaltungsjuristen siehe Karl von Stieler.
Karl Stieler, Foto von Franz Hanfstaengl
Karl Stieler, Gemälde von Ludwig Thiersch, 1868
Karl Stieler (* 15. Dezember 1842 in München; † 12. April 1885 ebenda) war ein deutscher Dichter mit Wirkungsschwerpunkt in Bayern, der beruflich auch als Archivar und Jurist tätig war. Neben Gedichten in bayerischer Mundart und hochdeutscher Lyrik schrieb er auch Reise- und Landschaftsschilderungen, kulturgeschichtliche Vorträge und politische Aufsätze. Größere Gattungen wie Roman oder Drama fehlen dagegen in seinem Werk. Als Anhänger fortschrittlicher, national-liberaler Strömungen war er auch politisch engagiert. Sein plötzlicher Tod mit nur 42 Jahren kam einer – teils bereits geplanten – Weiterführung seines Werkes zuvor.
Poems (33)
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Abendgang
Es rauscht der graue Regenschauer, / Ich zieh' vorbei und acht' ihn nicht; … -
Alte Pfade
Die alten Pfade geh' ich wieder, / Die ich in jungen Tagen ging; … -
Am Bache
Ich hab' mich ganz an dich verloren, / Und wo ich gehen mag und sein: … -
Am Felsenkirchlein
Es ist auf dem zackigen Wendelstein / Ein stilles Kirchlein gelegen; … -
Aus: Eliland
Ein Sang vom Chiemsee / Reicher Fund … -
Dämmerzeit
In meinem Stüblein sitz' ich stille, / Dieweil es an die Fenster schneit. - … -
Einem Kinde
Als du dein Herz, dein Herz voll Freude, / Gelehnt an meine Brust voll Weh', … -
Erinnerungen
Hast du es schon vergessen? / Hast du es schon vergessen … -
Erstes Recht
Das Herz vor schönen Frauen, / Vor unsrem Herrn das Knie, … -
Feldein
Kahles Feld und ödes Land / Und der Wald im fahlen Laube! - … -
Frühlingsnahen
Es kommen die Sonnenstrahlen, die feinen, / Die möchten dir gern in die Augen scheinen, … -
Herr Walther
(1209) / Ein Spielmann zog gen Tegrinsee, … -
Im Haselstrauch
"Sag' mir, du grüner Haselstrauch, / Wie mag man Minne wenden? … -
In den Sternen
Einsam las ich oft da droben, / Wenn das Sternheer stille kreiste, … -
In der Schreiberzelle
Seit ich von dir, Junglieb, geschieden, / Wie einsam ward das Leben mir! … -
In Regenstunden
Der Regen fiel, der Tag war grau, / Wir sind am Sims gesessen; … -
Jägerlied
Wie ich dereinst zu Walde zog, / So will ich wieder ziehen, … -
Liebesnot
Mir ist, als wär' mein Herz ein Quell, / Doch eine Quelle ohne Spiegel … -
Lieder im Volkston
Wiederkehr / Nun vergeht ja alles Leid … -
Minneweisen
Frauenminne / Es ist wohl Frauenminne … -
Mägdleins Lied
Ich lehn' im offenen Gemache, / Es ist die Stunde still und spät. - … -
Nachtgesänge
Geht es dir auch wie mir? / Geht es dir auch wie mir, … -
Neujahrsnacht
Neujahrsnacht war's, das alte Weh / Stieg auf in dieser Nacht der Weihe, … -
Noch weißt du's nicht!
Noch weißt du's nicht, daß ich dir fehle. / Doch einst, wenn über dich ergeht … -
Nächtiges Wandern
Das ist ein seltsam Geh'n: / Die Tritte schallen; … -
Ohne Wehr
Es mißt wohl gute zwei Ellen / Mein altes flämisches Schwert, … -
Stille Trauer
Das war für mich ein Todestag, / Da du mich hast verlassen, … -
Unzertrennlich
Ich zog landaus, landein - / Nur fort von hier! … -
Verhängnis
Wie ein Verhängnis kommt die Liebe, / Die mir nun Sinn und Seele bannt: … -
Waldesgang
Im Waldesweben, da ist Ruh', / Die Vöglein tun die Augen zu, … -
Werinhers Bergfahrt
Lenz im Walde / Es sprach der Abt von Tegrinsee: … -
Wie wundersam ...!
Wie wundersam ist dies Verlorengeh'n / In Liebestiefen ohne Ziel und Schranken: … -
Winterstunden
Die Wand vergilbt, der Sims verhangen, / Wie dämmerstill ist mein Gemach! …