Dämmerzeit

by Karl Stieler


In meinem Stüblein sitz' ich stille,
Dieweil es an die Fenster schneit. -
Gedankenvolle Dämmerstunde,
Gedankenvolle Einsamkeit!

Und drunten wogt es in den Gassen,
Die Glocken läuten zum Gebet;
Da denk' ich dein, die ich verlassen,
Da denk' ich dein, wie's dir wohl geht?

Ich press' das Haupt in meine Hände,
Mir wird so weh, so wunderlich …
Als wüßt' ich es in dieser Stunde,
Wie du dich härmst daheim um mich!
(S. 141-142)

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