Noch weißt du's nicht!

by Karl Stieler

 
Noch weißt du's nicht, daß ich dir fehle.
Doch einst, wenn über dich ergeht
Der Ostermorgen deiner Seele,
Wo deine Seele aufersteht:

Dann bricht wie Flammen in dein Leben
Der stumme Drang, erkannt zu sein!
Dann möchtest du die Flügel heben,
Dann fühlst du es: Du bist allein!

Und tausend dunkle Fragen schweben
Dir vor. Wer wird mit tiefem Blick
Dann deiner Seele Antwort geben?
Wer wird erfüllen dein Geschick?
(S. 149-150)

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