Verhängnis

by Karl Stieler


Wie ein Verhängnis kommt die Liebe,
Die mir nun Sinn und Seele bannt:
Mein Herz, wie gern es leben bliebe,
Zerbricht in deiner weißen Hand!

Den scheuen Blick, den kummertrüben,
Heft' ich dir forschend auf die Brust:
Ist's so bestimmt, daß ich dich lieben
Und daß du mich verderben mußt?

Denn jeglich' Schicksal heischt sein Ende.
Bist du das meine? Welch' ein Weh!
Und sehnend fass' ich doch die Hände,
In denen ich zugrunde geh'.
(S. 310)

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