In den Sternen

by Karl Stieler

 
Einsam las ich oft da droben,
Wenn das Sternheer stille kreiste,
Und der eignen Lebensbahnen
Dacht' ich dann im dunk'len Geiste.

Vieles tat ich – aber eines
Tat ich, was ich nie verschmerze:
Daß ich deiner konnt' vergessen,
Da mich lieb gehabt dein Herze.

Daß ich's nicht erkennen wollte:
Von den Qualen, von den bösen
Geistern einer wilden Seele,
Kann die Liebe nur erlösen!

Und doch strahlte mir dein Auge
Wie ein letzter Strahl der Gnade -
Also les' ich in den Sternen …
Nun sind sternlos meine Pfade!
(S. 143)

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