Frieda Port
1854–1926
Poems (35)
1880s 35
- Als du heute früh erwachtestOb du denn getreulich dachtest:
- Brennende LiebeHeute Morgens gab mir - warum gerade
- Das Wort des GeliebtenWunderbar und immer besungne, niemals
- Der längste Tag mit alle seinem LichtHat er nicht einen Strahl,
- Der volle Mond erhebt sichAm Horizont, ein später
- Die allzu liebevollen WorteWie bann' ich sie? wie bann' ich sie?
- Die wen'gen Jahre, die wir lebenDie möcht' ich alle, alle Zeit
- Dort drüben funkeltEin einziges kleines Licht
- Du klagst aus deiner HerzenstiefeKein Wörtchen Liebe,
- Ein Morgentraum - schon von der Vögel ZwitschernGeweckt, schlief ich noch einmal ein und fand mich
- Es waltet rings des Frühlings erster Gruß -Ein leises Knospen, halb entfaltet Grün -
- Ich denke dein in nächt'ger MorgenfrüheWenn aus dem Dunkel sich die Dämmrung ringt,
- Ich fürchte mich vor unsrer großen Liebe!O hätte sie, wie Andrer Liebe, Schranken!
- Ich sehne mich den ganzen TagNach einer Stunde Müßiggang,
- Ich spüre noch von deinem GeisteEin liebes Etwas in der Luft,
- Ihr ersten WaldesblütenHeut seid ihr mein, bis morgen,
- In einem FrühlingsstraußeEin kleines weißes Veilchen
- Ja, schön ist's, hinzuschreitenDurch Sturm und Wetternacht
- Jetzt sich leis hinweg aus den GemächernStehlen und hinüber auf den Dächern
- Küsse mich nicht! Denn ich habeNeulich dem Blitze versprochen,
- Laß uns alle Wege gehenIn der ganzen weiten Stadt,
- Mit unberedtem MundeWie lang wir heut uns sahn!
- Nein, nicht im Tod das letzte Lied -Im ersten, schönsten Lied den Tod!
- Nicht alle Schmerzen heilt der SchlafUnd nicht so bald wirst du gesund,
- O erster Frühlingsglaube, LiebesfülleDie in den österlichen Lüften schwebt!
- Sieh, Alles in der Welt ist wandelbar.Was gestern du gesagt, war gestern wahr,
- Sieh, aus der schwarzen WolkenwandGlänzt Sonnenfeuer rings hervor,
- So kommst du heute nicht? Du willst mir grollenAuch war ich gestern schwerlich zu verstehn.
- So wie der Gott des Stromes LaufDurch weit entfernte Gauen lenkt,
- War nicht auf einmal mein GemachGanz von dem Dufte deiner Rosen voll
- Weil wir jetzt Beide gleichen Kummer habenLaß uns die Strecke mit einander gehen,
- Wenn ich des Nachts in meinen Kissen ruheNicht schlafend noch, doch träumend und die Lider
- Wenn ich erwach', erwacht ein staunend FragenMit mir zugleich:
- Wenn solche Schwermut dich befälltDenk' ich nur Eins: Wie rett' ich dich
- Wie zürnt' ich dir voll Ungestüm und grollteZu jeder Frist,