Ob er kommt, ob er kommt! Ich will warten still
Und mein thörichtes Herz nicht mehr fragen,
Will warten und beten und weinen still
Und die Liebe bei Gott nicht verklagen.
Und würd' er nicht kommen, es könnten umher
So fröhlich die Blumen nicht stehen,
Und es könnten die Vöglein, die arglosen, nicht...
-
-
Mir ist als müßtest Du in nächt'ger Stille
Mein irrend Herz, das sich vom Weg verlor,
An Deines Schlummers Pforte pochen hören,
An Deiner Träume friedlich stilles Thor;
Als müßten wild und taumelnd die Gedanken,
Wie in die Nacht ich sie gesandt hinaus,
Als eine Schaar von trunk'nen Schwärmern brechen... -
Es ritten selbander die Königsmaid
Und ihr Edelknabe zum Schlosse,
Sie ritten im Abendroth Seit' an Seit',
Im Schritte gingen die Rosse.
Sie sah vor sich nieder in stolzem Muth,
Im Wind ihre Locken schwammen,
Ihm aber standen die Wangen in Gluth,
Die Rößlein spielten mitsammen.
... -
Hinan, hinan die schwankende Leiter,
Vom Söller winkt ihre weiße Hand,
Es winkt und wehet ihr Haar im Nachtwind,
Es winkt und lockt ihr flüsternd Gewand.
Hinan, hinan, ihr Haar ist so seiden,
Ihr Arm ist so weiß, und so süß ist ihr Mund,
Und die Nacht ist so still, und es schlagen und locken... -
Ich weiß es, deine frommen Augen lügen,
Und was so stolz von deiner Stirne thront,
Als Lüge wandelt es in deinen Zügen,
In deinem Herzen hat es nie gewohnt.
Ich weiß, ich weiß, dein Lächeln kindeshelle
Ist nur ein Lichtstrahl, der auf dir erfror,
Und deiner Locken spielgehob'ne Welle
... -
Ich war ein junges Kinderblut
Mit Frühroth auf den Wangen,
Mein Sinn war leicht und froh mein Muth
Da kam die Lieb' gegangen.
Die Lieb' mit Augen fromm und blau,
Hätt' ich sie nie gesehen!
Die Lieb', die Lieb', die Märchenfrau,
Da war's um mich geschehen!
Sie hat von... -
Wenn ich mir was erbitten möcht'
Aus Gottes reicher Hand,
Mit brünstigem Gebet, so recht
Mit fleh'nder Lipp' und Hand;
So ist's ein leichtes, leichtes Herz,
Das immer wieder neu
Ersteht aus seinem Harm und Schmerz
Und weiß von keiner Treu'!
Läßt sich nichts Ew'ges... -
Jetzt sprech' ich's aus und mag, wer will, es hören,
Was heimlich ich auf tiefstem Herzensgrunde
Gehütet habe bis auf diese Stunde!
Nicht länger laß verderbend ich's gewähren,
Nicht länger soll's an meiner Mannheit zehren
Und eine stolz verhüllte Todeswunde,
Von der die Nacht, die stumme, nur hat Kunde... -
Wie sollte ich's wissen, sie sah mich an
Und ward dabei roth so natürlich
Und sah so schüchtern zu Boden dann
Und seufzte dazu so natürlich.
Wie sollte ich wissen, ich armer Jung',
Daß, weil sie in's Auge mir blickte,
Sie nur in's Blau der Erinnerung
Hinaus die Gedanken schickte.... -
Du schliefst in deinem Herzen fest,
Da hört'st du mich dran pochen,
An deines Auges Fensterlein
Hast du mit mir gesprochen.
Seitdem, du schöne Nachbarin,
Ich hab' es wohl gesehen,
Thust du gar oft auf stiller Wacht
An deinem Fenster stehen.
Ich aber poch' nicht mehr...