Feodor Löwe
1816–1890
Poems (36)
1840s 36
- Ach, sie ist krank! tritt leise aufStör' ihren Schlummer nicht.
- Am SeeI.
- Auf dem Gipfel eines BergesStand ich frei im Sonnenstrahl.
- Aus des Baches duft'gem BlüthenrahmenAus den Wellen lächelt mir dein Bild,
- Dein AugeI.
- Dein Blick hat von der Stirne mirDie Falten weggewischt,
- Den Lüften hab' ichs aufgetragen:Flieht hin und säuselt ihr ins Ohr,
- Der RosenstrauchAus deinem Grabe sproß ein junger Rosenstrauch
- Dir ist gewiß mein SaitenspielVerhaßt aus Herzensgrund,
- Du bist nicht todt, ruhst du im Grabe auchDu lebst für mich - mir bist du nicht geschieden;
- Du fragst mich, was mir fehleWas mich so traurig stimmt,
- Du hast erkannt, o nur zu gutWas ich für dich gefühlt!
- Du sangst und freudig fuhr der BaumEmpor aus seinem Wintertraum,
- Ein stiller Sonntag ist genaht.Ich weiß es, daß du jetzt getreten,
- Glaubst du wirklich, daß ich fern von dir?Ewig, ewig, weilest du bei mir.
- Hast du die Sage nie vernommenVon jenem zaubervollen Baum,
- In tiefer Nacht, vor deinem HausStand ich in stiller Lust;
- Kannst dem Frühling du gebieten:Keine Blüthen sollst du tragen?
- Kannst du den Sprosser deshalb scheltenDaß er an seines Weibchens Nest
- Könnt' ich umfangen dich in heißer LiebesglutWie tausend Sterne an dem Himmel stehen,
- Mein Inn'res hast du umgeschaffenEs ward ein and'rer Mensch aus mir,
- Mein Lied, wie schliefst du in der Brust so langSchon glaubt' ich dich dem Tode hingegeben,
- Nur der Schmerz erzeugt die LiederDarum, vielgequältes Herz,
- O forsche nicht dem Grame nachDer dumpf auf meiner Seele brütet!
- O sage nicht, ich sey ein TräumerDer sinnend Feld und Wald durchirrt,
- O süß' Geschwätz der unbelauschten LiebeSo reich an Sinn und arm doch an Verstand;
- O Tochter Mosis! du schöne Jüdin!Du Blume aus dem Morgenland!
- O traue nicht der Farbe meiner WangenDie meines Lebens frühes Abendroth,
- O weich geschaffen süßes FrauenherzDas in dem letzten Kampf, selbst wenn es bricht,
- Ob ich dich liebe! kannst du es noch fragen?Du hast es lange schon zu gut erkannt,
- Schön ist der MondDer nächtlich einsam wallt,
- Sie kniete am Altar voll FrömmigkeitBleich war ihr Angesicht und schwarz ihr Kleid;
- Und wieder singt die NachtigallIhr allerschönstes Lied der Nacht,
- Von meinem Lieb' verwahr' ichO wie erinnrungsreich!
- Wer noch nie ein treues Herz gebrochenHat die Liebe noch nicht ganz empfunden,
- Wie doch dein liebes süßes LiedSo seltsam mir die Brust durchzieht!