Entschluß

by Friedrich Wilhelm Riemer (1774–1845) · 1816 German

Umsonst ermahnst Du, Andern nachzustreben,
Mich hoffnungsvollrem Dienst zu weihn! -
Wie dünkt mich sonst ein Glück so schnöd' und klein,
Um Dich, mein Einz'ges, dafür hinzugeben!

Es ließen Märtyrer mit Lust ihr Leben,
In grausen Qualen, namenloser Pein,
Nur um dem eignen Herzen treu zu seyn,
Und treu dem Glauben, dem sie sich ergeben.

So heg' ich nur an Dich den Einen Glauben,
Entsage willig jedem andern Hoffen,
Und weihe mich dem zeitlichen Verderben;

Nicht kann die Welt Dich mir, Du selbst nicht, rauben:
Dein Auge zeigte mir den Himmel offen -
Ich bin entzückt - für Dich, um Dich - zu sterben! (S. 57)
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