Dreyklang

by Friedrich Wilhelm Riemer (1774–1845) · 1816 German

Unselig der, dem nichts zu lieben, zu verehren,
Dem anzubeten nichts der Busen hegt!
Und alle Himmelswonnen in sich trägt
Ein Herz das diesem Trieb darf angehören.

O Schicksal laß ihn stets in mir gewähren!
Den holden Dreyklang, der im Innern schlägt,
Ein hohes Frauenbild hat ihn erregt;
Sie wird Ihr eignes Werk nicht selbst zerstören.

Und zieht es liebend mich nur Sie zu schauen,
So wirft Verehrung mich zu Ihren Füßen,
Und Ihr zu dienen ist mir einzig Lust:

Die ewige Sehnsucht meiner tiefsten Brust
Läßt in entzückter Andacht mich zerfließen
Vor diesem Götterbild der hohen Frauen. (S. 34)
_____

More poems by Friedrich Wilhelm Riemer

  • Abschiedskarte

    Du gehst - und ach! der Lenz, der nun begonnen,
    Dein schönes Ebenbild, wird mit Dir scheiden! -
    Mit eins ist Lust und Leben mir zerronnen: …
  • Aug und Herz

    Göttin an Gestalt und Wesen,
    Kron' und Kleinod aller Frauen!
    Dich auch nur von fern zu schauen …
  • Bildnerin und Bild

    Voll Unschuld, Ihrer und der Welt vergessen,
    Gleich einer Knospe in sich selbst gehüllt,
    Sitzt bildend sie, die selbst das schönste Bild, …
  • Bononischer Stein

    Kennst Du wohl jenen Stein, den wunderbaren,
    Der aus der Sonne saugt ein heimlich Leben? -
    Doch läßt sein stilles liebevolles Streben …

All poems by Friedrich Wilhelm Riemer →