•      Der Herbstwind rüttelt die Bäume,
    Die Nacht ist feucht und kalt;
    Gehüllt im grauen Mantel,
    Reite ich einsam im Wald!

    5      Und wie ich reite, so reiten
    Mir die Gedanken voraus;
    Sie tragen mich leicht und luftig
    Nach meiner Liebsten Haus.

         [...

  •      Es erklingen alle Bäume
    Und es singen alle Nester –
    Wer ist der Kapellenmeister
    In dem grünen Waldorchester?

    5      Ist es dort der graue Kibitz,
    Der beständig nickt, so wichtig?
    Oder der Pedant, der dorten
    Immer kukkukt, zeitmaßrichtig?

         Ist es jener Storch, der ernsthaft,
    10 Und als ob er dirigiret’,
    Mit dem...

  • [1] Hymnus an die Bäume.

    O meine Bäume!
    Seit meiner Kindheit ahnenden Tagen
    Sprech’ ich zu euch, ihr edlen Vertrauten,
    Sprech’ ich in stummer, geheimer Sprache,
    5 Und ihr versteht mich
    ...

  •  
    Blühende Bäume,
    Gewölk aus Glanz und Duft.

    Eine Schwarzamsel baut,
    hüpfend im Zauberwald
    bei den goldenen Bienen
    schon ihr heimliches Nest,
    und singt!

    Ruhevoll atmet der Wind.
    Wie von fernen,...

  • Es weht durch die blühenden Bäume
    Der lachende, sonnige Tag,
    Mich senkt in Frühlingsträume
    Dein Herz und der Ruderschlag.
    Laß ab von Steuer und Ruder,
    Vertraue Dich mir, mein Kind,
    Ich stehe wie Schwester und Bruder
    Mit Welle, Luft und Wind.

    Was blickst Du zum Himmelsbogen...

  • Durch nahe Bäume wehen Grabesschauer;
    so fern dem Lebenslärm wie jene Grüfte,
    ruht unser Schritt am Fuß der Kirchhofsmauer, -
    trinkt meine Hand den Atem deiner Hüfte.
    Mein Mund versinkt im Dufte deiner Haare,
    die gleich der Nacht sich auf mein Sehnen neigen.
    Ja, lausch nur meiner Liebe, Wunderbare! - -
    ...

  • Auge reißt die Bäume von den Hängen
    Schluchzen wirft sich in die Wiesen wund
    bricht der Sonne Streicheln in den Händen
    stößt die Andacht aus der Blumen Arm
    Hohn gellt Bluten
    Zucken
    Sterben
    Modern
    Fragen windet Schluchten durch die Stirn
    Lächeln tanzt
    Streicht leis vom...

  • Da im Schatten seltner Bäume
    Männer still das Bett bereiten
    Für die hellen Menschenfreuden
    Für die großen Götterträume,

    Und in wirrem Liebeskleide
    Selig sich zum Weibe senken
    Lächelnd eines Liedchens denken
    Walthers von der Vogelweide.

    ...