Wo deinen Namen ich noch hörte nennen

by Julius Grosse (1828–1902) · 1882 German

Hat Ehrfurcht ihn umschlungen
Bei Alten und bei Jungen,
Und Augen sah ich in Begeistrung brennen.
Wie Alles um dich her durch dich erblühte,
Durch deine reine Seelengüte,
Erzählten deine Schwestern. Schöner schienen
Sie selber mir, als ob in ihren Mienen
Nur deiner Hoheit ferner Abglanz glühte.

Gesunkner Sonne gleich in Abendstunden,
Wenn auf der müden Erden
Die Schatten länger werden,
So bist du mir nun mondenlang verschwunden.
Nacht ist's um mich, mag auch der Tag begnaden
Die Welt wie sonst; nur wie sich Monde baden
Im Wiederscheine von verborgnen Sonnen,
So wandl' ich still im Nachglanz deiner Wonnen
Auf schattenhaften, liebelosen Pfaden. (S. 13-14)
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