Traumgedanken

by Julius Grosse (1828–1902) · 1882 German

Traumgedanken, Sturmesbeute,
Schweifend sonst so weit und wild,
Warum bliebt daheim ihr heute
Still vor einem sanften Bild?

Weil ein Auge mich verborgen
Grüßte früh beim Lerchenschlag,
Blieb ein einz'ger langer Morgen
Mir der ganze volle Tag.

Ziehet weiter trüb und trüber,
Wolken, mit der Nacht im Bund,
Blieb ein Lächeln doch tagüber
Heimlich stehn um ihren Mund. (S. 6)
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