Sommernacht

by August Kopisch (1799–1853) · 1856 German

Liebchen, welche Lust im Dunkeln
Plaudern, wenn die Sterne funkeln:
Wie wir herzen, wie wir küssen,
Keiner kann es jetzo wissen.
Küsse mich,
Ich küsse dich!
Küsse mich, ich küsse dich!
(ad libitum)

Alles ruht in süßen Träumen,
Blüthen fallen von den Bäumen,
Und den süßen Duft der Linde
Regen sommerlinde Winde.
Küsse mich,
Ich küsse dich!
(ad libit.)

Keiner hört das leise Flüstern,
Schrick nicht vor des Blattes Knistern!
Alles schläft ja lange, lange,
Herzchen poche nicht so bange!
Küsse mich,
Ich küsse dich!
(ad libit.)

Laß die Basen, laß die Muhmen!
Ruhe du mit mir auf Blumen,
Von der Nachtigall umsungen,
Innig Arm um Arm geschlungen!
Küsse mich,
Ich küsse dich!
(ad libit.)

O der selig schönen Stunde:
So zu athmen Mund an Munde,
Seel' in Seele zu versinken
Und der Liebe Hauch zu trinken!
Küsse mich,
Ich küsse dich!
(ad libit.)
(Band 1 S. 383-384)
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