Amor und Minerva
"Amor, Amor," sprach Minerva,
Auf ihr Knie den Knaben hebend,
Ihm die Rosenwangen streichelnd,
"Laß von deinem blinden Willen,
Nimm doch meinen klugen Rath an!"
Aber in den Wind schlug Amor,
Glitt herab von ihren Knien:
"Wenn mein Wille dir nicht behaget,
So gefällt dein Rath mir auch nicht!"
Und, entfaltend die Purpurflügel,
Schwang er hoch sich auf zum Aether,
Schüttelt die geringelten Locken,
Spannet stolz den goldnen Bogen:
In die Brust des höchsten Gottes
Fliegt der Pfeil von seiner Senne!
(Band 1 S. 364)
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Auf ihr Knie den Knaben hebend,
Ihm die Rosenwangen streichelnd,
"Laß von deinem blinden Willen,
Nimm doch meinen klugen Rath an!"
Aber in den Wind schlug Amor,
Glitt herab von ihren Knien:
"Wenn mein Wille dir nicht behaget,
So gefällt dein Rath mir auch nicht!"
Und, entfaltend die Purpurflügel,
Schwang er hoch sich auf zum Aether,
Schüttelt die geringelten Locken,
Spannet stolz den goldnen Bogen:
In die Brust des höchsten Gottes
Fliegt der Pfeil von seiner Senne!
(Band 1 S. 364)
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