Liebster ich sterbe!
'S ist mir so bang und weh -
Saget ihr Augen,
Wo ich euch wiederseh'?
Blüthen und Freuden,
Küsse und Leiden,
Alles will scheiden?
Nun denn Ade!
Muß ich hinüber,
Ewiges Morgenroth?
Ach wie so gerne
Trüg' ich der Erde Noth!...
-
-
Streife über meine Saiten
Feuchter Hauch der stillen Nacht,
Laß die Töne schwellend gleiten,
Wo der Liebe Sehnen wacht;
Hebe leicht wie Blüthenflocken
Mir die losgebund'nen Locken,
Daß sich rein das sanfte Licht
In des Auges Thräne bricht.
Oeffnet euch verborg'ne Pforten,... -
Du sagst: auf theuren Lippen wiegt
Sich Deines Lebens Lust,
Wirst, wenn sich Mund dem Munde fügt,
Dir erst des Heils bewußt.
Nicht so entscheidet mein Gefühl,
Ob's auch von Liebe schwer;
Ein Kuß gilt mir unendlich viel,
Ein Blick unendlich mehr!
Er fliehet leicht den... -
Der Ambos klingt, die Funken sprüh'n,
Wer hieß, wer hieß ihn wandern?
Als er zurück kam hatte sie
Genommen schon den Andern.
Er schlägt so stark, er schweißt so fest, -
Sie küßte ihn beim Scheiden,
Und gab ihm Herz und Wort dazu,
Und wandt' sich dann von Beiden.
Er... -
Ich hab' um dich gebetet
Aus tiefem Jammer und Weh,
Ich hab' nach dir gerufen,
Laut von des Liedes Höh',
Ich hab' nach deinem Fußtritt
Gespäht im Sand der Welt,
Horchend auf deine Stimme
Durchirrt' ich des Lebens Feld,
Und heimlich bei meinen Sünden
In... -
Ach liebe Mutter, ich kann nichts dafür,
Und gewiß, er ist schuldlos nicht minder,
Wir haben, ach glaub' es, nichts Böses im Sinn
Wir armen, harmlosen Kinder.
Er sieht mich an, und da ist doch kein Arg
Und dann schlag' ich die Augen nieder,
Und über ein Weilchen ganz heimlich nur
Erheb' ich... -
Es war eine Zeit, da liebten sie sich,
Und sie liebten sich über die Maaßen,
Sie herzten und hegten und pflegten sich
Und konnten einander nicht lassen.
Und als es nun gar zum Scheiden kam,
Da meinten sie schier zu verderben,
Und händeringend gelobten sie sich:
In aller Kürze zu sterben.... -
Du bist so jung, dein Auge blickt
So kindlich jubelhell,
Als sei die Welt dein Kartenhaus,
Das Glück dein Spielgesell.
Und wie ein Vöglein singst du laut,
Die Lust läßt dir nicht Ruh',
Du hast ein Herz, du hast ein Herz,
Doch weißt du nicht wozu.
Du bist so jung, so fromm und gut... -
Ich wollt', ich könnt' dein Herz belauschen,
Wenn ungesehn und heimlich bunt
In seiner Tiefe die Gedanken
Wie Fischlein gehn am Quellengrund,
In dunkler Nacht, wenn stille Bilder
Lebendig in ihm auferstehn
Und seine Wünsche auf der Leiter
Des Traumes auf- und niedergehn.
Und was... -
Was pocht mir an's Herz, was klingt mir im Ohr,
Was läutet in meinen Gedanken,
Was tastet und blühet an mir empor
Wie spielend umschlingende Ranken?
Es singt mit den Vögeln in Lüften hell,
Es kommt mit dem Winde gezogen,
Es hüpft und tanzt auf dem Wiesenquell,
Es schifft auf den blauen Wogen...