Der Schmied

by Karl Ferdinand von Fircks (1828–1871) · 1864 German

Der Ambos klingt, die Funken sprüh'n,
Wer hieß, wer hieß ihn wandern?
Als er zurück kam hatte sie
Genommen schon den Andern.

Er schlägt so stark, er schweißt so fest, -
Sie küßte ihn beim Scheiden,
Und gab ihm Herz und Wort dazu,
Und wandt' sich dann von Beiden.

Er schlägt so stark, er schweißt so fest, -
Er war ihr treu geblieben,
Und aus der Fremde hatte ihn
Die Sehnsucht heimgetrieben.

Er schlägt und hämmert immer zu,
Sein Aug' von Thränen nachtet,
Er schlägt auf's schwarze Eisen fort,
- Vergessen und verachtet!

O Schmied, o Schmied, und wußt'st du nicht,
Wie schwer die Lieb' zu tragen:
Sein Eisen muß man allemal
So lang' es heiß ist schlagen.

Aus: Gedichte vom Freiherrn Carl von Fircks
Leipzig Julius Klinkhardt 1864 (S. 59-60)

_____

More poems by Karl Ferdinand von Fircks

  • Blumenlager

    Ich habe mich, müde vom Sorgen und Wandern,
    Zum Frühling auf's blühende Lager gestreckt,
    Und unter das Haupt einen Traum mir genommen, …
  • Das Ende davon

    Es war eine Zeit, da liebten sie sich,
    Und sie liebten sich über die Maaßen,
    Sie herzten und hegten und pflegten sich …
  • Das unbekannte Lied

    Ich saß schon oftmals in der Stille nieder
    Nachsinnend einem räthselhaften Lied,
    Das leis' und heimlich, flüsternd immer wieder …
  • Der Mönch

    Oben auf der Felsenzinne
    Schimmernd steht das Ritterschloß,
    Bub' und Knapp' im Burghof reiten …

All poems by Karl Ferdinand von Fircks →