Ite Liebenthal
1895–1941
Poems (14)
- Alle Abendwolken wandernstill hinab durchs goldne Tor.
- Bald wird mein junges Herz ein alt Gesichtim Spiegel sehn und wird es nicht begreifen,
- Einmal, mein Freund, wirst du mich sehenwie Gott mich kennt, der mich erschuf:
- Geht der Wind um dein Haus, fürchte dich nicht:Ich bin im Winde.
- Ich hab meine Füße wund gegangenweißt du, um wen?
- Ich weiß noch Wälder, in denen Gott wohnt.Da geht er groß und gelassen im Schweigen
- Mehr als mich wirst du die Erinnerung liebenwenn das lebendige Bild hinter den Schleier entweicht,
- Nicht immer, wenn dein heiliger Namevon fremden Lippen fällt, ist eine Schale
- Nun schlafen die Gärten; die Teiche schlafen.Wetter verziehen; die Winde sind still.
- Nur bei dir schweigt meiner Tage Angst, und gelindelöst sich des Leides Druck in glücklicher Wehmut,
- Von mir erbittest du entbehrte Ruhe.Ich beuge mich und löse dir die Schuhe,
- Was ich von dir nicht weiß und nicht errietaus Worten und Gebärden - die noch keiner
- Wenn ich endlich die Wüste, in die ich zu lange schon sehevor dir öffne und sage: dies muß ich in Zukunft durchschreiten, -
- Wüßt ich, daß ich nur zu sterben brauchteund mein Herz, in Silber dann gefaßt,