Traum

by Alfred Walter Heymel (1878–1914) · 1895 German

Auf einmal standst du vor mir, standst und sahst mich an,
ließest schweigen mich durch nichts als der Augen Bann.
Tatest deine Kleider ab mit der weißen Hand,
bis du groß dich, Königin, hast zu mir gewandt;
führtest mich zum Lager hin, daß ich bei dir schlief,
kühl warst du und stumm, bis ich deinen Namen rief.
Da erschloß sich mir das Heil, daß ich wüßte nun,
welch Geheimnis mich betraf, daß ich durfte ruhn,
ausruhn von so langem Leid, dir entzweit zu sein.
Sieh, gekommen schien die Zeit, da wir Zwei zu Zwein.
Heimat, Herrin, Holdeste, bliebst du doch bei mir.
Bliebst du doch; ach wär ich doch endlich ganz bei dir! (S. 13)
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