Flucht

by Alfred Walter Heymel (1878–1914) · 1895 German

Neues Glänzen schien mich an, Lichte brachen in mich ein;
sie erleuchten nicht mein Herz, wie dein Licht und Schein.
Blutrot sank die Sonne oft. Morgens stieg sie golden hoch.
Strahlte mittags weißer Glut: dein gedacht ich doch.
Steppe brannte und der Busch, Feuer zuckten gelb ums Zelt,
Südens Sterne flammten hell: ich blieb unerhellt.
Strömt vom Ofen des Metalls Goldfluß gleißend mir am Fuß,
geb ich dies und den Demant dir für einen Gruß.
Sieh, ich irre dumpf rundum, irrgeführt vom fremden Licht,
das von dir nicht kommt und nie in mein Dunkel bricht.
Flackern hier und Funkeln da; brennt der runde Himmelsrand?
Deiner Lichte kleinstes Licht facht mir Herzensbrand. (S. 17)
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