Du herzliebes Vögelein,
Wach beim ersten Morgen
Hör' ich singen dich allein,
Kaum ein andres zwitschert drein,
Plötzlich kommt dir's, still zu sein -
Macht auch dir die Liebe Sorgen? (S. 7)
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Juninächte, sternenlose,
In dem Blütenmond der Rose,
Da das bange Herz dazu
Lieb' durchstürmte ohne Ruh.
Blitzgezuck und Wetterleuchten!
Und die Nachtigall im feuchten,
Taubenetzten Busche tief
Wunderbare Laute rief.
Hatten uns so viel zu sagen,
Ließen... -
Hörst du, wie in meinen Liedern,
Überall dein Name klingt,
Wie ein ewiges Erwidern
Deiner Liebe sie durchdringt?
Machtlos hab' ich hingestammelt
Lust und Leid im armen Wort,
Was so voll in mir versammelt,
Flieht mir vor der Lippe fort.
Doch du wirst es bald verstehen... -
Blumen gibt es mannigfalt,
Deren Hauch uns rühret -
Manche liebliche Gestalt
Ward mir schon entführet.
Hatte sie oft nur im Traum
Liebend nah' gefunden,
Da, und eh' ich's ahnte kaum,
War sie mir entschwunden.
Wohl, noch suchte sie der Blick
Sehnlich eine... -
Ich stund auf hohem Berge
Und sah hinab ins Land,
Den Ort wollt' ich erkunden,
Wo unser Herz sich fand.
Schon hatt' ich ihn erschauet
In seiner stillen Ruh -
Da deckte eine Wolke
Ihn fern mir wieder zu. (S. 9-10)... -
Im grünen Waldgehege
Wandl' ich auf stillem Wege,
Den Würzgeruch, so rein,
In mich zu atmen ein.
Das Laub, das mich umdüstert
Und doch so lieblich flüstert,
Läßt neuer Hoffnung Wehn
Mir durch die Seele gehn.
Schon weckt auch im Gemüte
Erinn'rung manche... -
Was dieses Rund umfasst / was man kann irrdisch nennen /
Das muß auch mit der Zeit die Flüchtigkeit erkennen /
Und eilt dem Ende zu: die Tugend selbst hört auff /
Wenn nun der letzte Tag hemmt aller Tage Lauff.
Die Liebe aber wird zu keiner Endschafft kommen /
Und wie sie vor der Welt den Anfang hat genommen /
So... -
Ich liebe dich und darf es dir nicht sagen,
Darf's wagen nicht, die Flammen zu bekennen,
Die tief im Innern meines Herzens brennen,
Mit stiller Glut an seinem Kerne nagen.
Ich mögte kühn um dich die Arme schlagen,
Vor aller Welt mein Eigenthum dich nennen;
Doch feindlich will des Schicksals Macht uns... -
Ich weiss es wohl, hart ist's, auf fernen Auen
Verbannt von der Geliebten, einsam leben,
In nie gestillter Sehnsucht bänglich schweben
Und keinem Labsal, als im Tod, vertrauen.
Doch weiss ich eins, das mit noch tieferm Grauen
Das Herz ergreift, und, wie des Todes Beben,
Den Busen füllt mit ew'gem... -
Mein Auge schweift umher, um dich zu finden;
Dich zu erschau'n, das ist sein einzig Hoffen.
Und dennoch bebt's, von deinem Blick getroffen,
Zaghaft zurück und will sich ihm entwinden.
Ich fühle rasch sich eine Glut entzünden,
Die mich verzehrt; denn wehrlos sind und offen
Mir Brust und Herz. So,...