Rosa Mayreder
Rosa Mayreder (1905)
Rosa Mayreder (geb. Obermayer, Pseud.: Franz Arnold) (* 30. November 1858 in Wien; † 19. Jänner 1938 ebenda) war eine österreichische Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Kulturphilosophin, Librettistin, Musikerin und Malerin.
Poems (56)
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Frühlingsstimmung
Wenn Frühlingswärme mit dem linden Weste, / Der kosend um erwachte Knospen webt, … -
Fülle der Liebe
Ist es ein Leid, das mir im Herzen blutet, / Ist es ein Übermaß der Seligkeit? … -
Gastfreundschaft
Wir leben beide in verschiednen Welten; / Beschaulich meine, stillem Garten gleich, … -
Gemeinsamkeit
Könnt' es geschehn, daß Liebe Lieb' verletze, / So wär's, nennst du den Geber stets nur mich, … -
Liebesblick
Ob Jugend noch in braungelockten Haaren, / Auf deiner Stirne weilt, ob sie schon flieht - … -
Liebesmut
Auf meine Hand laß deine Tränen fließen, / Auf diese Hand, die ich, im Innersten bewegt, … -
Liebeswunder
In früher Jugend schon, als ich erwachte / Aus jenem lichten Traum, der Kindheit heißt, … -
Nachtwandelnd durch die dunkle Welt der Dinge
Nachtwandelnd durch die dunkle Welt der Dinge / Bin ich verdammt, am Abgrund hinzugehn; … -
Verschmelzung
Ich weiß von Nehmen nicht und nicht von Schenken; / Wie in den Strom ein andrer sich ergießt, … -
"Frönst du wie andre Frauen eitlem Hange
"Frönst du wie andre Frauen eitlem Hange, / Treibst du mit mir ein frevlerisches Spiel? … -
"Mein Kind!" Holdseligster der Liebesnamen
"Mein Kind!" Holdseligster der Liebesnamen, / Der in dem Buche unsres Lebens steht! … -
Allein und krank in dumpfer Stubenenge
Allein und krank in dumpfer Stubenenge, / Indes der Frühlingstag vom Himmel blaut, … -
Bei jenem Glück, das wir vereint genossen
Bei jenem Glück, das wir vereint genossen, / Ein Glück, das paradiesisch wunschlos war, … -
Beirrt vom kalten Geiste der Erfahrung
Beirrt vom kalten Geiste der Erfahrung, / Der mit des Zweifels Pein die Seele plagt, … -
Das ist die Stunde, da ich seiner harrte
Das ist die Stunde, da ich seiner harrte, / Die Stunde der Erfüllung ach nicht mehr! … -
Daß ich nur Freundschaft immer dir verheißen
Daß ich nur Freundschaft immer dir verheißen, / Als fromme Lüge mußt du es verzeihn. … -
Der du verharrst in gramvoll düstrem Schweigen
Der du verharrst in gramvoll düstrem Schweigen, / O möchten dir, wie schwer ich es ertrage, … -
Die unser Teil in Schicksalstagen waren
Die unser Teil in Schicksalstagen waren, / Erlebnisse, die unser Los gebracht, … -
Die Zeit nicht länger tändelnd zu verschwenden
Die Zeit nicht länger tändelnd zu verschwenden, / Versuch ich es, vom Fleiß dazu gemahnt, … -
Eh noch die holde Wärme ganz verglühte
Eh noch die holde Wärme ganz verglühte, / Ja, laß uns scheiden! Frei, aus eigner Wahl! … -
Ein grenzenloses Ineinanderweilen
Ein grenzenloses Ineinanderweilen, / Getrennt, um eins zu sein, geteilt erst ganz, … -
Erreichbar nicht mehr Wünschen, Klagen, Bitten
Erreichbar nicht mehr Wünschen, Klagen, Bitten, / Gingst du dahin – du hast den Weg vollbracht. … -
Erschwere nicht mit tausend Hindernissen
Erschwere nicht mit tausend Hindernissen / Die Frage, die auf meinen Lippen glüht! … -
Es frage niemand mich, warum ich täglich
Es frage niemand mich, warum ich täglich / Dieselbe Straße gehe vor dem Walle. … -
Es glänzt dein Aug in wunderbarer Helle!
Es glänzt dein Aug in wunderbarer Helle! / Erfüllt von einem mystischen Entzücken … -
Gleich einer Pflanze ist dein Seelenleben
Gleich einer Pflanze ist dein Seelenleben, / Die sich zur Blüte niemals wird entfalten, … -
Ich lieb' es, unverwandt dich anzuschauen;
Ich lieb' es, unverwandt dich anzuschauen; / Ein holdes Rätsel ist dein Angesicht, … -
Ich weiß, du bist dir immer gleich geblieben
Ich weiß, du bist dir immer gleich geblieben, / Hast nicht für mich mehr als du kannst getan; … -
Im kleinsten Raum, im unermeßnen hausend
Im kleinsten Raum, im unermeßnen hausend, / Aus Nichts gezeugt, zu Nichts verflüchtigt auch, … -
Im lichtbeglänzten Saal, der heiterprächtig
Im lichtbeglänzten Saal, der heiterprächtig / Zu Spiel und Tänzen Mann und Weib vereint, … -
In deine Hände, diese milden Hände
In deine Hände, diese milden Hände, / Verberg ich tiefbekümmert mein Gesicht. … -
In meinem Sinne schätz ich nicht den hohen
In meinem Sinne schätz ich nicht den hohen / Begriff der Frauen von den Idealen … -
Ist er's, der durch die finstre Gasse schreitet?
Ist er's, der durch die finstre Gasse schreitet? / Erkenn' ich ihn im Lichtkreis der Laterne? … -
Laß in Betrachtung so mich still versinken
Laß in Betrachtung so mich still versinken, / So Hand in Hand, von Abschiedsweh erfüllt. … -
Mein Freund, du hast unzählige Gestalten;
Mein Freund, du hast unzählige Gestalten; / Ein Proteus, unerschöpflich wandelbar, … -
Mit dir die Stunden traut hinwegzulachen
Mit dir die Stunden traut hinwegzulachen, / Die stets erfüllten, was sie uns verhießen, … -
Mit Tränen hab ich lange nachgesonnen -
Mit Tränen hab ich lange nachgesonnen - / Was war es, sag, das zwischen uns geschah? … -
Nie werde ich Erfüllung dir bereiten!
Nie werde ich Erfüllung dir bereiten! / Der Fremdling, der an meinen Schritten hängt, … -
Nun will ein Zweifel immer wiederkehren
Nun will ein Zweifel immer wiederkehren, / Mit bittrem Argwohn mir das Herz umnachten: … -
Schilt nicht ein rätselhaftes mein Betragen!
Schilt nicht ein rätselhaftes mein Betragen! / Das Unaussprechliche, das mich erfüllt, … -
So müssen Stolz und Liebe sich bekriegen?
So müssen Stolz und Liebe sich bekriegen? / Ist Stolz der Hüter, der das Schloß bewacht … -
So tröst' ich mich mit alter Märchen Kunde
So tröst' ich mich mit alter Märchen Kunde, / Die weltentrückt ein schönes Herz ersann; … -
Und so geschieht mit uns, was unabwendlich
Und so geschieht mit uns, was unabwendlich, / Wo Mann und Weib erwachen, sich begibt, … -
Verbergen kann ich länger nicht mein Elend
Verbergen kann ich länger nicht mein Elend, / Es spricht beredt aus allem, was ich treibe. … -
Vermöcht ich doch, dir alles zu erzählen
Vermöcht ich doch, dir alles zu erzählen, / Was tief im Grund mein Innerstes enthält! … -
Von dunklen Künsten hört ich viel berichten
Von dunklen Künsten hört ich viel berichten, / Von mächtgen Wollens unerforschter Kraft, … -
Warum ach kann ich nicht zu dir gelangen!
Warum ach kann ich nicht zu dir gelangen! / Wie nah du bist, es führt kein Weg zu dir, … -
Warum verfolgst du mich mit deinen Blicken
Warum verfolgst du mich mit deinen Blicken / Und ängstigst mich mit ihrem stummen Flehn? … -
Was schwärmerische Wünsche uns verkünden
Was schwärmerische Wünsche uns verkünden, / Es war ein Wahn weltflüchtiger Propheten, … -
Wenn deine Hände sich um meine legen
Wenn deine Hände sich um meine legen, / Nimmst du zu eigen mich in solche Haft, … -
Wenn durch mein dunkles Innere die wilde
Wenn durch mein dunkles Innere die wilde, / Ingrimmig tobende Verzweiflung braust, … -
Wie einen Vorwurf fühl' ich deine Klage
Wie einen Vorwurf fühl' ich deine Klage, / Daß freudenlos und karg das Leben sei, … -
Willst du erlöschen, Flamme, die du Beiden
Willst du erlöschen, Flamme, die du Beiden / Ein Reich der Träume vorgezaubert hast? … -
Zu mächtig hast du mich an dich gezogen!
Zu mächtig hast du mich an dich gezogen! / Laß denn, was meine Liebe will, mich tun, … -
Zur Warnung klinge mir ein ernstes Carmen:
Zur Warnung klinge mir ein ernstes Carmen: / Du atmest lustbetäubt verbotne Düfte, … -
Zwiespältig Herz, du liebeirres, wähne
Zwiespältig Herz, du liebeirres, wähne / Nicht länger eigensinnig, daß dein Los …