Albert Möser

  • 1.
    Es geht ein Rufen durch die Nacht,
    Verklingend in den stillen Fernen,
    Der Wälder Meer rauscht heimlich-sacht,
    Bestrahlt von tausend goldnen Sternen;
    Rings Nacht und Einsamkeit!
    Leis flüstert's in den stillen...

  • 1.
    Allein einst saß ich an Bergesrand
    Auf der Furka ragenden Höhn,
    Heraufwärts scholl von der Maienwand
    Der Herdenglocken Getön.

    Des Finsteraahorns Felsenkoloß
    Stieg in den Aether empor,
    Tief...

  • Der Herbst brach an, tiefernste Weltentrauer
    Sinkt auf die Flur, der grimme Nordwind tost,
    Durchs bange Herz ziehn ahnungsvolle Schauer:
    Du bist mein Trost.

    Das Laub sinkt hin vor argen Sturms Gewüthe,
    Am Boden...

  • 3.

    3.
    Des Menschen Aug' durchschweift des Weltalls Räume,
    Des Busens bangen Sehnsuchtsdrang zu heilen,
    Von Klippenrändern schaut's hinab, von steilen,
    Und starrt entzückt in wilder Brandung Schäume.

    Es schwelgt mit Lust...

  • In diesen herbstlich klaren Tagen,
    Wo Schwalb' und Star nach Süden fliehn,
    Möcht' ich - vom Dampfroß fortgetragen -
    Mit dir zu meiner Heimath ziehn.

    Eh' Wald und Flur sich sterbend neigen,
    Bedeckt von weißem...

  • Es schaut vom Bergesrande
    Die öde Kapelle zu Thal,
    Zu ihr aus fernstem Lande
    Sonst zogen die Menschen zumal.

    Sie nahten, andächtig zu wallen
    Zum thronenden Heiligenbild;
    Wen schlimmes Gebresten befallen,...

  • Das war des Lebens wunderreichste Stunde,
    Als ich dich fand,
    Als Schönheitspracht mit Anmuthreiz im Bunde
    Dem Blick erstand.

    Das war kein mähl'ges Herz-zu-Herz-gewöhnen
    Im Alltagstrott,
    Was Liebe heißt...

  • So oft mich Liebe täuschte, vereist und todt
    Wähnt' ich mein Herz gleich, fluchte der Leidenschaft,
    Der Freiheit froh und sturmlos-milder
    Ruhe, die lind mir im Busen einzog.

    O eitler Wahn! es schlummert das Herz, doch nie...

  • Ich sah dich lang' nicht, aber es steigt dein Bild
    Gar oft im Geist mir leuchtend empor, und oft
    Spielt schwelgend Phantasie um deines
    Leibes vollendete, reiche Formen.

    Und ewig weckt erneuete Sehnsucht mir
    Dein...

  • Gewalt'ges Leid ist's: unter der Menschenschar
    Verlassen wandeln, nimmer ein goldnes Bild
    Erschaun, das im Vollendungsglanze
    Strahlend im Busen der Liebe Blitz weckt.

    Unsel'ger noch: gefesselt im Zauberbann
    Maßlose...