Mondnacht

by Hans Schmidt-Kestner (1892–1915) · 1915 German

Wenn wir durch die Dünen gehn,
Liebste mein,
Sterne schon am Himmel stehn, -
Mondenschein, -
Rauscht leise nur das Meer,
Trägt uns alte Lieder her.

Und die Lieder seltsam klingen,
Liebste, du,
Nixen, glaube ich, sie singen,
Hör' nur zu! -
Ach wie ist die Nacht so still,
Alles nur noch schlafen will.

Unsre Hände haben sich verschlungen,
Liebste, wie?
Eben Seufzer sind zu mir gedrungen,
Hörst du sie?
Kleine, hast wohl nicht gedacht,
Wie verräterisch die Nacht!

Unsre Lippen werden sich nun finden.
Liebste, ja,
Deiner Liebe Tiefen zu ergründen,
Bin ich nah!
Sieh, da taucht der Mond ins Meer! -
Stille, Dunkel rings umher ..... (S. 19)
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