Wirklichkeit
[232] Wirklichkeit. So manchmal irre werd’ ich an der Stunde, An Tag und Jahr, ach, an der ganzen Zeit; Es gährt, es tost: doch mitten auf dem Grunde Ist es so still, so kalt, so zugeschneit.
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Habt ihr euch auf ein neues Jahr gefreut,
Die Zukunft preisend mit beredtem Munde? Es rollt heran und schleudert, o wie weit, Euch rückwärts! – Ihr versinkt im alten Schlunde. Und dennoch kann die Hoffnung nie verlieren!
10
Sind auch noch viele Nächte zu durchträumen,
Zu schlafen, zu durchwachen – zu durchfrieren. So wahr erzürnte Wasser müssen schäumen, Muß, ob der tiefsten Nacht, Tag triumphiren, Und steh: schon bricht es roth aus Wolkensäumen!