Wir fanden Glanz, fanden ein Meer, Werkstatt und uns ...

by Ernst Wilhelm Lotz (1890–1914) · 1917 German

Wir fanden Glanz, fanden ein Meer, Werkstatt und uns.
Zur Nacht, eine Sichel sang vor unserem Fenster.
Auf unsern Stimmen fuhren wir hinauf,
Wir reisten Hand in Hand.
An deinen Haaren, helles Fest im Morgen,
Irr flogen Küsse hoch
Und stachen reifen Wahnsinn in mein Blut.
Dann dursteten wir oft an wunden Brunnen,
Die Türme wehten stählern in dem Land.
Und unsre Schenkel, Hüften, Raubtierlenden
Stürmten durch Zonen, grünend vor Gerüchen. (S. 59)
____

More poems by Ernst Wilhelm Lotz

  • Nachtwache. Rot. Ein Atem ringt in uns ...

    Nachtwache. Rot. Ein Atem ringt in uns.
    Ein Wind will auf. Voll Freude, Heimweh-Schluchzen.
    Wir suchen irr. Nach Fleisch, nach Welt. Nach Lachen. …
  • Das späte Leuchten

    O nie entgleite mir, du heißer Traum!
    Wie du mir kamst, bei Nacht, beim letzten Schwelen
    Der Lampe, - Schaumgebild aus Zaubersälen, …
  • Das war in der Nacht ...

    Das war in der Nacht:
    Die Nacht duftete von Opferbränden,
    Die hatte jemand der Liebesgöttin dargebracht: …
  • Deine Haare

    Heute reizen mich deine Haare.
    Sie sind ein trunkenes Lichterspiel.
    Die Seele eines Malers müßte immer in Leuchten aufstehn …

All poems by Ernst Wilhelm Lotz →