Deine Hände

by Ernst Wilhelm Lotz (1890–1914) · 1917 German

Jetzt bin ich lüstern nach deinen Händen.
Wenn sie die meinen begrüßend drücken,
Können sie Weltraum-staunend beglücken.
Deine Hände führen ein selbstgewolltes, stilles Leben.
Ich habe mich deinen Händen ergeben.
Nun dürfen sie mich begreifen und fassen,
Zu deinen Höhen, mit Blicken nach Weiten,
Mich geschenk-gütig heben. -
Spielerisch aber werden sie mich übergleiten
Und am Wege hier liegen lassen. (S. 10)
_____

More poems by Ernst Wilhelm Lotz

  • Nachtwache. Rot. Ein Atem ringt in uns ...

    Nachtwache. Rot. Ein Atem ringt in uns.
    Ein Wind will auf. Voll Freude, Heimweh-Schluchzen.
    Wir suchen irr. Nach Fleisch, nach Welt. Nach Lachen. …
  • Das späte Leuchten

    O nie entgleite mir, du heißer Traum!
    Wie du mir kamst, bei Nacht, beim letzten Schwelen
    Der Lampe, - Schaumgebild aus Zaubersälen, …
  • Das war in der Nacht ...

    Das war in der Nacht:
    Die Nacht duftete von Opferbränden,
    Die hatte jemand der Liebesgöttin dargebracht: …
  • Deine Haare

    Heute reizen mich deine Haare.
    Sie sind ein trunkenes Lichterspiel.
    Die Seele eines Malers müßte immer in Leuchten aufstehn …

All poems by Ernst Wilhelm Lotz →