Verhängniß

by Hermann Oelschläger (1839–1908) · 1869 German

Bot deine Liebe nicht ein Ziel dem rauhen,
Unseligen Verhängniß ganz und gar,
Das von der Wiege zugesellt mir war
Und manches Mal mir schlug mit scharfen Klauen?

Doch oft, sagst du, wenn froh, mich froh zu schauen,
Du mir am Herzen ruhst, der Wünsche baar,
Erschreckt's dich traumhaft plötzlich wie Gefahr
Und deine Seele überkommt ein Grauen.

Du fliehst vor mir, dich packt ein wildes Zagen,
Was Ungeheures dränge jäh sich ein,
Das du vermöchtest nimmermehr zu tragen.

Größer als meines muß dein Leiden sein:
Du weißt, wärst du im Stand, dich loszusagen,
Ich bräch' zusammen unter solcher Pein. (S. 130)
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