• Dirne bin ich in Cestius' Haus und ich locke die Fremden
    seitlichen Blicks und mit Lächeln und schaukelndem Schritt.
    Dirne bin ich in Cestius' Haus und ich trage mein Stirnband
    stolzer als wäre sein Gelb - Gold des cäsarischen Reifs.

    Dirne bin ich in Cestius' Haus und um wen'ge Sesterzen
    schließest du - Fremder,...

  • Wenn du über mich hereinbrichst, - Corraïn,
    wie der Sturm deiner Wüste,
    denk ich, ich könnte dich lieben, - Corraïn!
    und meine Haare ausschütten über dein Gesicht,
    wie man Honig schüttet über die Süße von Datteln,
    und meinen Rücken hinbreiten vor deinen Fuß,
    wie man Teppiche ausbreitet auf dem Wege von Königen. -...

  • Flaccus sagt mir: "Dein Haar ist schwerflüssiger Honig
    und deine Arme sind weiß wie die Schwingen der Tauben,
    die mit Rucksen und Gurren den Dachfirst umflattern,
    liebeselig, - dieweil ich unselig dich liebe."
    Flaccus sagt es - o sagte mir es ein andrer,
    wollt mein Haar ich in seine Hände verströmen,
    wollt ihn...

  • O Lucanus, der du heut mich gerettet,
    vor des Trunkenen Gier, die mich sich erwählt,
    dies schon pries ich, wie du den Beutel hinwarfst,
    "- Zehnfach zahl ich die Nacht!" riefst und ich war dein,
    ob auch Cestius schalt, - der Trunkene drohte!
    - Lieber, aber wie soll dies Fausta preisen,
    daß die vom Zwang Befreite du...

  • Als du heut nächtens verhüllt eintratst und stolz mir gebotest
    "Schminke mich, so wie du's übst, kleide mich, so wie du's pflegst!"
    Wähntest, o Kaiserin du, - ich würde zu Füßen dir sinken,
    wie es Cestius tat, da unser Haus du betratst?
    Ärmer bist du als ich, Poppäa, Herrin der Welten,
    denn es währet auch dir länger Genuß nicht...

  • Dreimal kamst du ins Haus, o Sextus, und wähltest nicht Fausta,
    nein, du küßtest dies Kind, kurz von Verstand wie von Haar.
    Dreimal tanzt ich vor dir und während ich Nacktheit dir schenkte,
    naschtest mit Hand du und Mund voraus ihr kärgliches Gut.
    O, da verbrannt ich nach dir, ich wünschte zu küssen, zu morden!
    Als du dies...

  • Wenn die Abendbriese die stickigen Dünste des Tages, -
    all die lastenden Fieberdünste verjagt hat, -
    wenn die Abendstunde die glänzenden Sterne da droben
    und hier die dunklen Begierden entfacht hat, -
    wenn die Dirnen stehn, mit klingendem Silber behangen,
    von der Schwelle rufend, die Wandrer zu locken, -
    wenn - wie...

  • Hättest, Mamilius, du ein winzig windschiefes Häuschen
    mir und ein Gärtchen geschenkt, - Rosen und Rüben zu ziehn,
    gerne hätt ich dafür das talberggebildete Antlitz
    und das spiegelnde Haupt dir zum Danke geküßt.
    Aber was soll mir dies Haus, daraus du Metellus verdrängt hast?
    Säle wie Himmel so weit - und zum Verirren ein Hain...

  • Wenn deinen herrlichen Leib mit lässig schaukelnden Schritten
    an mir vorüber du trägst, ... es werfen die lustreichen Schenkel
    schattige Falten im glänzenden, dünnen Gewebe, ... bebe ich, Fausta!
    Wenn du mich anblickst, - mein Herz bis tief in sein Tiefstes erkennend,
    wenn du mir lächelst, wie selbst unter Schleiern verborgen,
    ...

  • Im mondlichtträufelnden Garten wandle ich schwelgend hin
    knirschenden Weg, - vom Hause her, bis zum Dickicht dort,
    zum Beet der paphischen Rosen, das mir der Duft verriet,
    - schlafende Tauben gurren manchmal im Dunkel auf -
    und über massigem Schwanz der flüsternden Wipfel steht
    seligen Lichts der Venus begnadender Stern....