Daß ich deine Schönheit liebe,
Irrthum hat man das genannt,
Und der zarteste der Triebe
Ward zum Laster hingebannt;
Irrthum! was ist Irrthum? Nennen
Will ich euch die rechte Spur:
Irrthum ist es, zu verkennen
Das Begehren der Natur.
Laster! was ist Laster? Richtet...
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Jedem darfst du nicht, Dschaim,
Schmerzen klagen:
Klag' sie Jenen, die sie im
Herzen tragen.
Denn die Liebe nur versteht
Liebesgleichen:
Mein Ziel wird, wer mit mir geht,
Mit erreichen. (S. 65)... -
Will den Stein zum Bildniß hauen,
Nimmer müde, für und für;
Einmal werd' ich sie doch schauen,
Einmal komm' ich doch zu ihr!
Weh! ich fühl's; ich fühl's mit Grauen -
Einmal werd' ich müssen ruhn:
Meinen Leichnam wird sie schauen
In dem Berge Bisutun.
Mag sie dann mit... -
Laß mich nicht der Flamme wehren,
Wenn sie ewig mich umfließt,
Laß mich hastig, hastig zehren,
Wenn die Kost vergänglich ist!
Laß mich hüten, mich verehren,
Was ich nicht besiegen kann;
Ich verschwende im Entbehren,
Was mich tödtet, bet' ich an.
Kenntet ihr der Wüste... -
Neigung läßt sich nicht erzwingen,
Nicht gebieten läßt sie sich;
Als du zuzogst deine Schlingen,
Arme! da verlorst du mich.
Doch was höh're Mächte wollten,
Es geschah; was sorgtest du?
Jahr auf Jahre, sie verrollten -
Dieses Herz, es fiel dir zu.
Floß bis jetzt in... -
Warum ist mein Herz so weich?
Warum kann's so leicht vergeben?
Warum schwimmt's in Wehmuth gleich,
Wenn die fremden Lippen beben?
War der Dank mir immer treu?
Hat mir nie ein Blick gelogen?
Trieb mich nicht zu stiller Reu'
Oft ein Wort das mich betrogen?
Wohl geschah... -
Zum Liebchen
Fort durch die stille Pracht
Schweigender Winternacht
Send' ich den Liebesgruß,
Eile zum Flammenkuß!
Wenn mich der Frost umweht,
Doppelt die Kraft ersteht,
... -
Vom Liebchen
Hu, wie in kalter Fluth
Rinnet das heiße Blut,
Nachtfrost durchschüttelt mich,
Winter ist fürchterlich.
Athem aus off'ner Gruft
Strömet die eis'ge Luft,
Schlägt... -
Die Rosen sind begraben.
Wohl giebt es Blumen noch;
Könnt' ich sie alle haben,
ich wäre traurig doch.
Wie ist so schwül, so todeskühl,
Ein Bangen ohne Schmerzen -
O daß ein sanfter Westwind käm'
Und mir vom schweren Herzen
Die dunk'le Wolke nähm'!
Das Flämmlein ist... -
Ein Menschenherz - was hat's zu tragen,
Was hat's zu leiden, weil es lebt!
Kann's einen Tag wohl ruhig schlagen,
Wenn's nicht lebendig sich begräbt?
O namenloser Zug der Erde,
Warum durchwühlst du meine Brust?
O sag' mir, wann ich enden werde
Mit deiner bittersüßen Lust?
...