Glaube

by Karoline von Fidler (1801–1874) · 1844 German

Warum ist mein Herz so weich?
Warum kann's so leicht vergeben?
Warum schwimmt's in Wehmuth gleich,
Wenn die fremden Lippen beben?

War der Dank mir immer treu?
Hat mir nie ein Blick gelogen?
Trieb mich nicht zu stiller Reu'
Oft ein Wort das mich betrogen?

Wohl geschah's, doch saget, wie
Kann man Gluth der Flamme rauben?
Was ich liebte, log mir nie -
Liebend muß ich ewig glauben! (S. 57)
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