• O Feuer wahrer Lieb! O Brunn der guten Gaben!
         O Meister aller Kunst! O Höchste Heiligkeit!
         O dreymal grosser Gott! O Lust / die alles Leid
         Vertreibt! O keusche Taub! O Furcht der Höllen Raben!
    5 Die / ehr das wüste Meer / mit Bergen rings vmbgraben /
         Ehr Lufft vnd Erden ward / ehr das gestirnte Kleid
         Dem Himmel angelegt / vor...

  • [1]

  • [62] Geist der Zeit.
    (1889.)

    Sie stiegen auf aus ew’ger Nacht, aus Kohlenstaub und gift’gen Schwaden,
    Sie stiegen auf aus tiefem Schacht, wo schaffend sie in Schweiß sich baden,
    Doch nicht, um schon nach kurzer...

  • [74]
    Geist im Sturm

    Du, der sich suchen, doch nicht finden läßt,
    Dein Sturm und Regen hat mich eingehüllt.
    Wie Trost umfängt...

  • [56] Was du erwirbst an Geist und Gut

    Erwirb dir viel und gib das meiste fort.
    Viel zu behalten, hat den Wert von Sport.
    Behalte Dinge, die du innig liebst,
    Bis du sie gern an Freunde...

  • Ein Wort von ihm –
    Und ihr Leben fühlt sich geführt –
    Ein Blick von ihm –
    – Ihr ganzer Leib vibriert.
    Sie wird wie eine Harfe
    Von seinem Hauch berührt . . .
    Ihre Seele tönt dann als Lied,
    Das fremde Seelen rührt . . . (S. 48)...

  • Einmal nur sah ich dich
    In einer schwarzen Menschenmenge.
    Einmal nur sahst du mich.
    Wir waren größer als die Kleinen,
    Größer um Haupteslänge.
    Sie sahen alle auf zu uns,
    Wie trunken
    Wir ineinander schauten.
    Da stießen sie sich
    An die Ellenbogen
    Und lachten frech...

  •  
    Im leichten Tanz, mit Flügeln der Minute,
    Entfloh mir jeder Tag,
    Als Minna noch mit mir im Schatten ruhte,
    Mit mir von Liebe sprach.

    Es folgeten, in lauten Harfenchören,
    Mir Engel durch den Hain,
    Ich hörte die Musik der Himmelsphären,...

  •  
    Der Abend schleiert Flur und Hain
    In traulich holde Dämmrung ein;
    Hell flimmt, wo goldne Wölkchen ziehn,
    Der Stern der Liebeskönigin.

    Die Wogenflut hallt Schlummerklang,
    Die Bäume lispeln Abendsang;
    Der Wiese Gras umgaukelt lind...

  •  
     

    I.

    Die Blume wünsch' ich nie zu werden,
    Die nur für Dich die Düfte hat;
    Ich such' noch mehr auf dieser Erden
    Als stiller Freuden Blumenblatt.
    Ich ruh' nicht an des Ufers Borden;
    Ich stürz' mich in den Strom hinein.
    Beseligt ist mein Herz geworden,...