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  • 8.

    Du machst dem tollsten Schwarm die Tage golden,
    Mich aber soll die Eifersucht berücken,
    Denn Hand und Nacken gönnst Du schnöden Mücken,
    So vampyrart'gen kleinen Trunkenbolden.

    Sternblumen auch und zartgeformte Dolden
    Willst täglich Du mit Deiner Huld beglücken,
    Und reißt Dein loses Spiel sie auch in...

  • Herberg einer schönen Hand,
    Zarter Finger Wohn Gebaüde,
    Sonnenschild, mein Ehr und Freude,
    Welch ich diese Nacht erkannt.

    Handschuch, weil du diese Nacht
    Mein Anfechtung bist gewesen,
    Hast du besser zu genesen
    In die Heimath dich gemacht.

    Wann du heimkommst, sprich zu ihr,
    ...

  • Thut dieser recht und wol, darauf sein Vortheil sieht:
    Auch hinter schlechter Gunst (du must sie baß erhöhn)
    Befinden offte wir viel tausend Furchten stehn.
    Furcht ist nicht sonder Lieb, und sie nicht sonder Neid:
    Erkenne dieses wol, so lebst du ausser Leid. (S. 423)
    _____

  • Mein Feuer kömmt aus dir,
    Und bist Eyß gegen mir:
    Von dir sind meine Plagen,
    Und du hast nie geschlagen:
    Mein Treu seyn lehrst du mich,
    Und stellst nicht recht treu dich.
    Von dir sind meine Schmertzen
    Und nihmst es nicht zu Hertzen.
    Du giebst, was du nicht hast,
    Hast, was du...

  • 8.

    8.
    Unvergleichliches Entzücken
    Blüht mir auf aus buntem Strauß;
    Welche Freude, ihn zu pflücken,
    Sommerglück ans Herz zu drücken!
    Trag ihn armevoll nach Haus.

    Häufe ihn in schönstem Glase,
    Klargeschliffnem Bergkristall,
    Daß die sprühende Ekstase,
    Satt umrahmt von...

  • Neigung läßt sich nicht erzwingen,
    Nicht gebieten läßt sie sich;
    Als du zuzogst deine Schlingen,
    Arme! da verlorst du mich.

    Doch was höh're Mächte wollten,
    Es geschah; was sorgtest du?
    Jahr auf Jahre, sie verrollten -
    Dieses Herz, es fiel dir zu.

    Floß bis jetzt in...

  • 8.

    8.
    Liebesahnung
    Gar lieblich ist's, o wohl! und süße Pflicht,
    Erprobten Bund unwandelbar zu pflegen,
    Erkornem hold treufesten Sinn zu hegen,
    Bis todumflort erlischt des Auges Licht.

    Doch schöner ist...

  • 1.
    DOrt in jenem finstern Schatten/
    Wo sich Furcht und Schrecken gatten/
    Hab ich mir mein Grab erwählt/
    Da die Stille mein beklagen
    Kan vertragen/
    Die sich mit sich selbsten quält.

    ...

  • 8.

    Amor, himmelgeborener, komm, nicht jener, der sinnlos
    In's wildwogende Meer frevelnder Lüste sich senkt,
    Nicht du verderblicher Gott, der tief in die Herzen den Pfeil uns
    Schleudert und hoffnungslos ewige Gluthen erweckt:
    Nein, du reizendes Kind, du flüchtiges, welches die Götter
    Mit ätherischem Band lieblich und lose verknüpft...