• [14] DIE BEIDEN

    Sie trug den Becher in der Hand
    – Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand –,
    So leicht und sicher war ihr Gang,
    Kein Tropfen aus dem Becher sprang.

    5 So leicht und fest war seine Hand:
    ...

  • [48] Die beiden Esel

    Ein finstrer Esel sprach einmal
    zu seinem ehlichen Gemahl:
      
    „Ich bin so dumm, du bist so dumm,
    wir wollen sterben gehen, kumm!“
      
    5 Doch wie es kommt so öfter eben:
    Die...

  • [55] Die beiden Flaschen

    Zwei Flaschen stehn auf einer Bank,
    die eine dick, die andre schlank.
    Sie möchten gerne heiraten.
    Doch wer soll ihnen beiraten?

    5 Mit ihrem Doppel-Auge leiden
    sie auf zum blauen...

  • Der wilde Honig deiner beiden Lippen
    Scheint deutlich mir in meine ferne Fahrt.
    Mir ward von je durch erst verborgne Klippen
    Gefahr und tiefer Schicksal aufbewahrt.
    Ich spüre immer deine große Nähe,
    Ob ich dir nahe oder dich nicht sehe.

    Wesen mir noch umschleierter Regionen,
    Wo ich durch...

  • Sie bog den Kopf in ihre Hände
    Zurück; ein stummes Weinen war
    In ihr - und er am andern Ende
    Fuhr grübelnd durch sein vieles Haar.

    Nur manchmal flog ein dunkles Hassen
    Jäh in ihm auf - und wie zum Hohn
    Ihr Stöhnen: Du darfst mich nicht verlassen -
    Sein Achselzucken: Ich tat es schon!...

  • Eine Heimat wüßte ich uns beiden,
    Wo im Schoß der Nacht in Wolkenreichen
    Liegt des Mondes Stadt, in grünen Weiden
    Kleiner Inseln, wo die Herden streichen.

    In das gelbe Rund der Türme träten
    Wir zu zweit, zu ruhn, wo einsam leuchtet
    Noch ein Licht. Zu horchen auf den späten
    Gang der Nacht,...

  •   Willst du erlöschen, Flamme, die du Beiden
    Ein Reich der Träume vorgezaubert hast?
    Die Träume schwinden hin, das Bild verblaßt,
    Das sie in königlichen Purpur kleiden.

    Das Bild und ihn – nun lern ich unterscheiden!
    Der Purpurmantel fällt, ein fremder Mann...